Ein fleischfreier Tag ist unzumutbar?

Der Vorschlag der deutschen Grünen über einen Veggie-Tag pro Woche in Kantinen kommt erwartungsgemäß bei der FDP und der CSU nicht gut an. Auch die Zeitung Bild schließt sich der melodramatischen Stimmung an und schreibt „Die Grünen wollen uns unser Fleisch verbieten.“ Sogar die österreichischen Grünen distanzieren sich von der Forderung ihrer deutschen Kollegen. In Österreich setze mensch lieber auf Bewusstseinsbildung als Verbote (indem bei Veranstaltungen wie “Grillen mit Eva” nicht mehrheitsfähiges Bio-Fleisch konsumiert wird).
http://derstandard.at/1375625702608/Von-Veggie-Day-und-Fleischfreitag
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/566850_Veggie-Day-schmeckt-nicht-allen.html
http://www.bild.de/politik/inland/vegetarisch/gruene-wollen-einmal-die-woche-in-kantinen-fleisch-verbieten-31661266.bild.html

Ein einziger Vegetarischer Tag ist offenbar unerträglich, obwohl VegetarierInnen jeden Tag eine sehr begrenzte Auswahl in Kantinen zur Verfügung haben. Die Reaktion auf die Forderung, mehr Rücksicht auf VegetarierInnen zu nehmen, ist beinahe schon panisch. Sogar Jugendorganisationen von FDP und CSU gehen auf die Barrikaden und protestieren gegen die tier-, umwelt- und menschenfreundliche Maßnahme vor der Zentrale der Grünen. Bei diesem Protest geht es nicht um den Einsatz für Schwächere, sondern um die Wurst, ums Schnitzel und um Burger – um die eigenen Gaumenfreuden.

Wer sich regelmäßig für die Verbesserung (Reformen) oder Vermeidung der katastrophalen Zustände in der Tierhaltung einsetzt, hat mit vielen absurden Vorwürfen zu rechnen. In Österreich sogar mit dem Vorwurf der schweren Nötigung bei der bloßen Ankündigung legaler Aktivitäten! (siehe: http://www.martinballuch.com/?p=2707 , http://www.veggies-linz.at/solidarisierung-vernetzung-gewaltlosigkeit/) Bei den angestrebten Verbesserungen handelt es sich ohnehin meist um kleine Reformen, da eine auf Ausbeutung beruhende Gesellschaft nur kleine Schritte gehen kann, aber sich am liebsten gar nicht bewegt, sondern gemütlich vor dem Fernseher und der AMA Werbung „Fleisch bringt‘s“ hockt. Demonstrationen, die eine Minderungen der Ausbeutung anstreben, werden gern ohne weitere Überlegung als radikal abgetan, aber wie bezeichnet mensch dann Protestaktionen, die gegen Maßnahmen zur Minderung von Ausbeutung gerichtet sind?

Während fast eine Milliarde Menschen (ver-)hungert, nicht zuletzt, weil der Großteil der vorhandenen Nahrung zur Herstellung tierlicher Lebensmittel an Nutztiere für die reicheren Länder verfüttert wird, besteht die Mehrheit weiter auf den Überfluss tierlicher Lebensmittel, nur für einen kurzen Genuss, den auch pflanzliche Lebensmittel bieten würden.

Aber ein Tag fleischlos zu leben ist eine Unzumutbarkeit!

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One comment on “Ein fleischfreier Tag ist unzumutbar?

  1. annemarie1124 says:

    Ich fände so einen vegetarischen Tag gar nicht schlecht. Ich bin selber kein Veggie, aber finde auch nicht, dass man jeden Tag Fleisch essen muss. Viele Menschen wissen aber gar nicht, dass man auch lecker vegetarisch essen kann – deshalb fände ich nicht ihnen so zu zeigen, dass es auch mal ohne geht.

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