Gatterjagd in Österreich aus dem Blickwinkel des Tier- und Naturschutzes

Tierschutzaffine Menschen haben den Begriff Gatterjagd, die manch einem wohl eher als Canned Hunting, wie beispielsweise in Südafrika bekannt vorkommt, oftmals schon gehört. Beim Canned Hunting werden sehr oft eingezäunte und dafür gezüchtete Tiere von zahlenden und oft angereisten Jagdgästen geschossen, um dann als Trophäe mitgenommen zu werden. Vier Pfoten setzt sich beispielsweise gegen diese unsportliche und grausame Touristenattraktion ein. Ein Fall, der weltweit bekannt wurde, drehte sich um einen Zahnarzt, der in seinem Urlaub einen beliebten Löwen schoss, was von einem großen Aufschrei tierlieber Menschen gefolgt wurde.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es Gatterjagd auch in Österreich gibt. Die Motivation dafür sind wie in Südafrika die zahlenden Jagdgäste, PolitikerInnen, Lobbyisten und andere vermögende Menschen. Die Gatterjagd wird nicht in allen Bundesländern ausgeübt, sondern nur im Burgenland, Niederösterreich, Wien und Salzburg – das liegt vor allem daran, dass Jagd Ländersache ist und daher jedes Bundesland ein eigenes Jagdgesetz hat.

Zuchtgatter gibt es in allen Bundesländern, wobei sich diese in Niederösterreich innerhalb von Jagdgattern befinden können. Auch das Aussetzen von gezüchtetem Federwild vor der Jagd ist in vielen Bundesländern erlaubt.
Zusätzlich gibt es auch eine Unterscheidung zwischen Jagdgattern und reinen Fleischgattern. Letztere gibt es auch in Bundesländern, in denen Gatterjagd nicht erlaubt ist und sie dienen zur Fleischversorgung, anders als die Tiere, die während einer Gatterjagd sterben. Durch den Stress, den sie durch die Jagd erleben, ist das Fleisch ohnehin unbrauchbar.

Während sowohl von Seiten des Tier- und Naturschutzes als auch von Seiten der Jäger gerne aus einem ökologischen Blickwinkel für bzw. gegen Jagd argumentiert wird, fällt es aus dieser Sicht wesentlich schwerer, pro  Gatterjagd und Jagd auf gezüchtete Tiere zu argumentieren – denn die Tiere leben eingezäunt und nur für die Jagd. Auf das Waldökosystem außerhalb haben diese Tiere keinen Einfluss. Da sie gefüttert werden, können sie erfolgreich viele Jungtiere großziehen und aufgrund ihrer großen Zahl können sie erheblichen Verbissschaden an Bäumen im eingezäunten Gebiet verursachen. Auch das Aussetzen von Vögeln zur Jagd dient weder einer Regulierung des Bestandes noch dem Schutz des Waldes, sondern rein zur Erhöhung des Jagderfolges.

Aus tierethischer Sicht allein ist die Gatterjagd zweifelsfrei abzulehnen – die während der Jagd gehetzten Tiere, versuchen panisch zu flüchten, können jedoch den Zaun nicht überwinden und rennen daher in Todesangst am Zaun hin und her oder springen dagegen und verletzen sich daran, wie vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) auch dokumentiert wurde.
Bei der Jagd auf ausgesetztes Federwild handelt es sich ebenso um eine sehr tierschutzfeindliche Praxis. Solange die Wachteln und Fasane sich noch in den Volieren befinden, bekommen sie Schnabelsperren, um sich nicht gegenseitig zu verletzen, wie es oft in einer Massentierhaltung passiert. Auch beim Freilassen der Tiere vor der Jagd werden diese Sperren oftmals nicht entfernt. Erst kürzlich wurde ein völlig orientierungsloser Zuchtfasan mit Schnabelsperre vom Wiener Tierschutz Verein (WTV) gerettet.

Betrachtet man die Gatterjagd aus Perspektive des Naturschutzes, ist sie ebenso fragwürdig. Dass der Verbiss an Bäumen durch die im Gatter in großer Zahl vorkommenden Tiere nicht das einzige Problem ist, zeigt das Beispiel eines Jagdgatters von Mayr-Melnhof, das sich inmitten der Antheringer Au, einem Natura 2000 Gebiet, befindet. Eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien werden von den Wildschweinen getötet und die teilweise seltenen Vogelarten durch den Jagdlärm gestört.

Seit etwa zwei Jahren gibt es eine intensive Kampagne gegen die Gatterjagd. Ein Großteil der bekannten Informationen über die Gatterjagd und das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd stammt aus der Recherchearbeit des VGT.

Erst wurden Jagdgatter in den betroffenen Bundesländern ausfindig gemacht, woraufhin die Gatterjagden und das Töten der kurz vor der Jagd ausgesetzten Fasane und Enten umfangreich dokumentiert und der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. Bei der Recherche fiel sogar auf, dass Tiere in manchen Gattern so sehr an den Menschen gewöhnen, dass sie bereits handzahm geworden sind, wie es vom VGT auch dokumentiert wurde, was die Jagd auf diese Tiere ebenfalls sehr fragwürdig macht. Anschließend häuften sich kritische und kreative Medienaktionen in Wien und anderen Bundesländern, verbunden mit regelmäßigen Infotischen und Demos, bei denen die Öffentlichkeit über die Gatterjagd aufgeklärt wurde.

Zu den medial auffälligeren Aktionen zählt beispielsweise ein Straßentheater, bei dem ein Jagdgatter mit Hochständen in den Landeshauptstädten aufgebaut wurde, in welchem als angeschossene Tiere verkleide AktivistInnen lagen und zwei weitere den Lobbyisten und Gatterjäger Alfons Mensdorff-Pouilly und Pröll darstellten. Bei einer anderen Aktion, den „Gatterjagdawards“ wurde dem Salzburger Gatterjäger Mayer-Melnhof ein steinernes Herz verliehen.

Aber nicht nur durch die vielen spektakulären Aktivitäten wurden Menschen auf die Gatterjagdkampagne aufmerksam, sondern auch durch Anzeigen, die es von beiden Seiten regnet. Nach der Medienaktion, in der Mayr-Melnhof symbolisch ein steinernes Herz verliehen wurde, klagte dieser den VGT – es solle verboten werden, dass der VGT Kritik an seiner Gatterjagd übt. Doch laut dem Urteil des Oberlandesgerichts, sind die VGT Aktionen legitim und dürfen weiterhin ausgeführt werden. Auch der Generalsekretär der Landesjagdverbände, der den VGT als Lügner darstellte und dem Verein vorwarf, ein falsches Bild über die Gatterjagd zu verbreiten, darf das laut Urteil nun nicht mehr behaupten.
Auch seitens VGT wurde beispielsweise mehrmals wegen Tierquälerei angeklagt, in einem Fall, bei dem eine Hetzjagd durch ein Gatter beobachtet wurde, wobei ein Reh in seiner Angst wiederholt gegen das Gatter sprang und sich dabei verletzte. Obwohl das laut österreichischem Tierschutzgesetz klar als Tierquälerei bezeichnet werden kann, war die Anzeige erfolglos. Auch eine Hetzjagd auf Wildschweine im Gatter, veranstaltet von Mayr-Melnhof, wurde aufgrund von Tierquälerei angezeigt, sowie das zu späte Aussetzen von Zuchtfasanen aus Mensdorff-Pouilly Volieren, das zudem auch ein Verstoß gegen das burgenländische Jagdgesetz war.

Dokumentation ist notwendig, um Menschen aufzuklären, ist aber für die JägerInnen unerwünscht.
Obwohl die Dokumentation legal von öffentlichen Wegen aus stattgefunden hat, kam es auch zu Übergriffen von Seiten der JägerInnen, die meistens verbal waren, wie beispielsweise eine Morddrohung, aber auch zu gefährlichen Situationen führen konnten. Vergangenen Winter schlug  knapp neben dem filmenden VGT Obmann ein Projektil ein, nachdem er von einem Jäger anvisiert worden war. Im Oktober 2016 musste so eine Tierschützerin durch mehrmalige Schläge auf den Kopf in ein Unfallkrankenhaus gebracht werden. Diese Arbeit ist also nicht immer unriskant, aber zum Aufklären der Gesellschaft notwendig.

Die diversen Tätigkeiten des VGT zum Thema Gatterjagd und der Jagd auf gezüchtete Tiere sind auch mit einer Petition zur Abschaffung der Gatterjagd in Österreich, ebenso wie die Abschaffung der Jagd auf eigens gezüchtete Tiere, verbunden. Diese kann bei allen aktuellen Aktionen des VGT, sowie online unterschrieben werden.

Online-Petition: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/petition.php

Weiterführende Informationen zur Kampagne: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/index.php

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Optimismus für die Gesellschaft

Nach einer Winterpause, in der viel Zeit in der Natur verbracht wurde, mit Eiskunstlauf und Schneeschuhwandern, ist es erstmal wieder schwierig, zurück in die aufreibende, körperlich und emotional anstrengende Gesellschaft zu finden. Der Einstieg kam sehr rasant, gleich gefolgt von einem Fall in den Prüfungsstress und auch in den Konflikt mit der vorherrschenden Ignoranz und Aggression.

Zwei Mal musste ich die Polizei über unangemessenen bzw. brutalen Umgang mit Tieren informieren. Ein Mann in einem Traktor transportierte in  Abtenau seinen nervös wirkenden Hund auf der Schaufel seines Traktors, was neben der Gefährdung für den Hund auch eine für entgegenkommende AutofahrerInnen darstellt. Ein genervter Fiaker schlug seine Pferde in aller Öffentlichkeit in der Salzburger Innenstadt. Keine Reaktion der anwesenden Menschen, nicht einmal entsetzte Blicke, alles völlig normal. Auch die Fiakerunternehmen wurden über das Verhalten des Wahnsinnigen informiert.

Aber in der Gesellschaft gibt es auch positive Ereignisse, wie die Antiburschenschafter Demo heute Abend. Um die 1000 Menschen nahmen an der Demo in Linz vom Bahnhof ausgehend über die Innenstadt teil. Begonnen hat es mit einer Rede, viele bekannte Gesichter aus dem Menschenrechts- und Tierrechtsbereich trafen ein, tolle Musik wurde gespielt. In Blocks, gebildet von verschiedenen Orgas und Initiativen, zogen schließlich alle los. Die Demo verlief wie erwartet friedlich, aber leider auch sehr leise, wie ich den Eindruck bekommen habe. Auf Demosprüche ist mensch zumindest im hinteren Teil der Demo kaum bis gar nicht eingestiegen, trotz der Versuche von meinem Partner und mir, und vermittelte so viel mehr den Eindruck eines gemütlichen Abendspaziergangs.

Ich kann stolz sagen, dass bei den Tierrechtsdemos, die hier und anderswo in Österreich organisiert werden, immer viel mehr überzeugende Motivation herrscht.
Nichtsdestotrotz halte ich die Antiburschiballdemo für ein wichtiges Ereignis, solange es Rechtsextremismus und den Burschiball gibt. Die Demo ist beinahe schon zur Tradition geworden, in der selbst ich mich wiederfinden kann. Deshalb waren auch einige TeilnehmerInnen aus dem Tierschutzbereich mit dabei, deren Flaggen für Menschen- und Tierrechte auch über die ganze Demo hinweg zu sehen waren.

Nachdem die Demo aufgelöst wurde, hat sich eine Gruppe von Menschen jedoch noch zusammengeschlossen, um zum Ballstandort zu gehen und angeblich Ballgäste zu stören. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht sicher, ob es zu Gewalt gekommen ist oder nicht. Ich hoffe zutiefst, dass es nicht so ist. Wir können nicht gewinnen, wenn wir versuchen, ein friedliebendes Ziel mit Gewalt umzusetzen. Mit Kreativität, Gewaltlosigkeit und viel Ausdauer können wir langfristig viel mehr erreichen.

Ein letzter Kritikpunkt, der erwähnt werden sollte, ist der Umgang mit Müll bei der Demo. Weggeworfenes Aufkleberpapier, Flyer und zertretene Dosen von DemoteilnehmerInnen waren leider sehr viele nach der Demo zu finden. Auch hier müssen wir noch eine bessere Vorbildrolle übernehmen.

Obwohl es immer viel Überwindung kostet, in den gesellschaftlichen Alltag zurückzukommen, kann ich nicht umhin, auch  viele positive Dinge und Veränderungen zu erkennen.

Natur besitzen

Bald beginnt im Salzkammergut wieder die Singvogelfangsaison – Mitte September. Leider wollen Menschen allgemein gerne besitzen. Nicht nur Dinge, sondern auch Tiere. Anstatt unsere Mitlebewesen zu verstehen, werden diese Tiere gefangen, nur um ausgestellt zu werden. (Wer dabei den größten Vogel hat, gewinnt einen Preis) Die Schönheit unserer Wälder und Vogelwelt kann nicht eingefangen werden. Ein eingesperrter Singvogel singt nicht auf die gleiche Weise und ist ein trauriger Anblick. Würde man versuchen, das Verhalten und die Gefühle von Vögeln zu verstehen, wäre es für jeden Menschen zweifellos klar, wie gestresst und depressiv Vögel in Käfigen sind. Den früheren Nutzen des Singvogelfangs, nämlich, die Vögel zu essen, gibt es schon lange nicht mehr. Aber es gibt in Österreich oft das Verlangen, an früheren Notwendigkeiten festzuhalten, obwohl sie lange schon nicht mehr notwendig sind.

Anstatt Gewalt können wir aber auch Geduld zeigen, sie nicht aus ihrem zu Hause reißen und beobachten.

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(Quellen der Singvogelfangbilder: medienfreedom.at und vgt.at)

Welcher Anblick ist schöner?

BürgerInnen “nötigen”, Besatzdichten nicht zu erhöhen

Schon lange hat es nicht mehr so viel Beteiligung an einer Tierrechts/Tierschutzaktion in Linz gegeben, wie bei dem Protest gegen die von SPÖ, ÖVP und Geflügelindsutrie geplante Besatzdichteerhöhung in der Geflügelmast diesen Samstag. Davor gab es bereits die Befürchtung, die Gruppe würde sich bald auflösen, da sich viele ehemalig Aktive entmutigt angenehmeren Dingen zuwenden.

Möglich ist, dass die Motivation teils gestiegen ist, weil der mühsame Tierschützerprozess ein Ende gefunden hat. Alle Angeklagten wurden in allen Punkten freigesprochen. Legale Kampagnen sind also keine schwere Nötigung und Schweinebefreiung ist keine Tierqual. Da das Selbstverständliche nun geklärt scheint, ist es wieder möglich sich auf andere Kampagnen und Tierschutz/Tierrechte zu konzentrieren.

Dass jetzt eine Verschlechterung im Tierschutz sogar von Seiten der SPÖ geplant sein soll, ist ein großer Schock nicht nur für AktivistInnen, insebsondere da Tierschutz jetzt Verfassungsrang hat.
Ganze 500 Unterschriften in nur 2 Stunden wurden in Linz bei der letzten Aktion gegen die Besatzdichteerhöhung und für eine Verbesserung anstelle dieser gesammelt.

Laut einem Abgeordneten der ÖVP wird Tierschutzminister Stöger durch kriminelle Organisationen [gemeint ist der VGT] genötigt, die Besatzdichteerhöhung nicht durchzuführen. Tatsächlich wird er von allen vernünftigen und mitfühlenden BürgerInnen dazu genötigt, die bereits jetzt miserablen Haltungsbedingungen nicht noch zu verschlechtern.

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Diese Haltung ist jetzt legal, aber es soll noch enger werden.

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Gewalt als Lösung für Gewalt

Vor kurzem kursierte ein Video von einem Gewalttäter, der einen kleinen Hund mehrmals ins Gesicht schlägt, weil ihm dieser noch nicht stubenrein genug ist. Daraufhin muss er nun selbst fürchten, Opfer von Gewalttätern zu werden. Ist das fair?
Diese Frage scheint wohl sehr einfach zu beantworten. Ein junger Mann schlägt ein Lebewesen, hat keinen Grund und kein Mitleid, aber offensichtlich Aggressionsprobleme. In dem Video wurden Drohungen ausgesprochen und ein hilfloser Hund misshandelt. Was hat er anderes verdient, als ebenfalls gequält zu werden? Auge um Auge, Zahn um Zahn?

Die Empörung daraufhin begann mit einer Petition an die Staatsanwaltschaft, den Gewalttäter hart zu verurteilen. Innerhalb kurzer Zeit wurden auf facebook auch Gruppen gegründet, die harte Strafen forderten bis hin zur Forderung nach der Todesstrafe für den Tierquäler. Die entsprechende Gruppe ist auch noch auf facebook zu finden. Unter den Kommentaren sind hauptsächlich schwere Beleidigungen, die aufgrund der Tierquälerei nachvollziehbar sind, aber dabei bleibt es nicht. Es kommt zur Androhung von Gewalt, Folter und Mord. Zusätzlich wird die Adresse des Täters von mehreren Personen veröffentlicht und zur Gewalt aufgerufen.
Die genannten Kommentare sind nicht nur strafrechtlich relevant, sondern auch ethisch bedenklich.
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(Quelle: Facebook)

Wut als Reaktion auf sinnlose Gewalt gegen ein hilfloses Tier ist nachvollziehbar. Die Wut wird noch zusätzlich durch das Wissen gesteigert, dass Tierquälerei oft kaum bestraft wird. Theoretisch kann ein Tierquäler in Deutschland bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft werden – in Österreich nur bis zu einem Jahr – aber meist fällt die Strafe viel geringer aus. Manchmal ist Tierquälerei auch nur Sachbeschädigung (wenn Gewalt an einem fremden Tier verübt wurde).
Menschen reagieren also sehr aufgebracht, weil wir wissen, dass Tiere in der Gesellschaft als Sachen gelten und es oft allein deshalb zu Gewalttaten gegen Tiere kommt. Die Täter schädigen ja nur eine Sache.

Weil wir aber dieses System nur sehr langsam ändern können – da die konservativen Kräfte zu stur sind- bekommen viele das Gefühl, Gerechtigkeit selbst in die Hand nehmen zu müssen, da Recht nicht genug ist.
Die Interpretation von „gerecht“ scheint teilweise aber sehr ambivalent, wenn Menschen den Begriff mit Gewaltlosigkeit in Verbindung setzen und gleichzeitig mit Gewalt reagieren.
Wenn wir Gewalt hassen, wie ist es nachvollziehbar, mit Gewalt zu antworten?

Wenn wir verständlicher Weise in dieser Situation Wut empfinden, fällt es nicht sehr leicht, sich die Frage zu stellen, ob die Aufforderung zu Gewalt bis hin zur Todesstrafe wirklich konstruktiv für die ethische Entwicklung der Gesellschaft ist. Tun sollten wir es dennoch, denn die ethische Entwicklung bis hin zum Verbot der Todesstrafe hat lange genug gedauert.

Es gibt jedoch Petitionen, die zu härteren Strafen wegen Tierquälerei auffordern, ohne dabei den Rahmen der EMRK zu verlassen.
http://www.tierschutz4all.de/2014/03/petition-haertere-strafen-fuer-tierquaeler-ein-tier-ist-keine-sache/
https://www.openpetition.de/petition/online/haertere-strafen-fuer-tierquaeler-ein-tier-ist-keine-sache
http://www.activism.com/de_DE/petition/aufruf-haertere-strafen-fuer-tierquaeler/12433

Demogespräch der Woche

Am vergangenen Samstag wurde der Infostand, im Rahmen einer Demonstration gegen Pelzverkauft bei Eybl, von einem leicht angeheiterten Schweinebauern besucht, der eine Weile die AktivistInnen unterhielt.

Schweinebauer: (lallt) Des is jetzt genau der Stand, der gar net zu mir passt.
Aktivst: Aha?
Schweinebauer: (lallt) Wir ham ja selber an kloan Betrieb. Ungefähr 1000 Schweine.
Aktivist: Das ist doch nicht klein.
Schweinebauer: (lallt) Wissens, die großen Betriebe kriegn immer so viele Subventionen. Die kleinen, oiso wir, kriegn nur gonz wenig.
Aktivist: Ja, die ÖVP unterstützt diese Tierquälerei mit Subventionen.
Schweinebauer: (lallt) Die ÖVP kennans vergessn. Des sin Verbrecher, die sin schlimmer ois de Blauen. Den Unabhängigen Bauernverband müssns wählen. Und die kloan Bauern unterstützn.
Aktivst: Ich hab einen Freund, der selber Schweinebauer war. Der ist aber umgestiegen auf Getreideanbau. Jetzt muss er sich aus Frust und schlechtem Gewissen auch nicht mehr besaufen, weil er jetzt statt Leichenteilen, Brot produziert und verkauft.

Obwohl der Besuch eines Betrunkenen am Infotisch immer sehr anstrengend ist, wird mensch manchmal trotzdem aus angesoffenen Infotisch-Schwaflern schlau. Ein Betrieb mit 1000 Schweinen gilt als kleiner Betrieb in Österreich. Wenn in Statistiken also von kleinen Betrieben die Rede ist, sollte man die Definition von „klein“ an sich schon hinterfragen.