Gatterjagd in Österreich aus dem Blickwinkel des Tier- und Naturschutzes

Tierschutzaffine Menschen haben den Begriff Gatterjagd, die manch einem wohl eher als Canned Hunting, wie beispielsweise in Südafrika bekannt vorkommt, oftmals schon gehört. Beim Canned Hunting werden sehr oft eingezäunte und dafür gezüchtete Tiere von zahlenden und oft angereisten Jagdgästen geschossen, um dann als Trophäe mitgenommen zu werden. Vier Pfoten setzt sich beispielsweise gegen diese unsportliche und grausame Touristenattraktion ein. Ein Fall, der weltweit bekannt wurde, drehte sich um einen Zahnarzt, der in seinem Urlaub einen beliebten Löwen schoss, was von einem großen Aufschrei tierlieber Menschen gefolgt wurde.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es Gatterjagd auch in Österreich gibt. Die Motivation dafür sind wie in Südafrika die zahlenden Jagdgäste, PolitikerInnen, Lobbyisten und andere vermögende Menschen. Die Gatterjagd wird nicht in allen Bundesländern ausgeübt, sondern nur im Burgenland, Niederösterreich, Wien und Salzburg – das liegt vor allem daran, dass Jagd Ländersache ist und daher jedes Bundesland ein eigenes Jagdgesetz hat.

Zuchtgatter gibt es in allen Bundesländern, wobei sich diese in Niederösterreich innerhalb von Jagdgattern befinden können. Auch das Aussetzen von gezüchtetem Federwild vor der Jagd ist in vielen Bundesländern erlaubt.
Zusätzlich gibt es auch eine Unterscheidung zwischen Jagdgattern und reinen Fleischgattern. Letztere gibt es auch in Bundesländern, in denen Gatterjagd nicht erlaubt ist und sie dienen zur Fleischversorgung, anders als die Tiere, die während einer Gatterjagd sterben. Durch den Stress, den sie durch die Jagd erleben, ist das Fleisch ohnehin unbrauchbar.

Während sowohl von Seiten des Tier- und Naturschutzes als auch von Seiten der Jäger gerne aus einem ökologischen Blickwinkel für bzw. gegen Jagd argumentiert wird, fällt es aus dieser Sicht wesentlich schwerer, pro  Gatterjagd und Jagd auf gezüchtete Tiere zu argumentieren – denn die Tiere leben eingezäunt und nur für die Jagd. Auf das Waldökosystem außerhalb haben diese Tiere keinen Einfluss. Da sie gefüttert werden, können sie erfolgreich viele Jungtiere großziehen und aufgrund ihrer großen Zahl können sie erheblichen Verbissschaden an Bäumen im eingezäunten Gebiet verursachen. Auch das Aussetzen von Vögeln zur Jagd dient weder einer Regulierung des Bestandes noch dem Schutz des Waldes, sondern rein zur Erhöhung des Jagderfolges.

Aus tierethischer Sicht allein ist die Gatterjagd zweifelsfrei abzulehnen – die während der Jagd gehetzten Tiere, versuchen panisch zu flüchten, können jedoch den Zaun nicht überwinden und rennen daher in Todesangst am Zaun hin und her oder springen dagegen und verletzen sich daran, wie vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) auch dokumentiert wurde.
Bei der Jagd auf ausgesetztes Federwild handelt es sich ebenso um eine sehr tierschutzfeindliche Praxis. Solange die Wachteln und Fasane sich noch in den Volieren befinden, bekommen sie Schnabelsperren, um sich nicht gegenseitig zu verletzen, wie es oft in einer Massentierhaltung passiert. Auch beim Freilassen der Tiere vor der Jagd werden diese Sperren oftmals nicht entfernt. Erst kürzlich wurde ein völlig orientierungsloser Zuchtfasan mit Schnabelsperre vom Wiener Tierschutz Verein (WTV) gerettet.

Betrachtet man die Gatterjagd aus Perspektive des Naturschutzes, ist sie ebenso fragwürdig. Dass der Verbiss an Bäumen durch die im Gatter in großer Zahl vorkommenden Tiere nicht das einzige Problem ist, zeigt das Beispiel eines Jagdgatters von Mayr-Melnhof, das sich inmitten der Antheringer Au, einem Natura 2000 Gebiet, befindet. Eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien werden von den Wildschweinen getötet und die teilweise seltenen Vogelarten durch den Jagdlärm gestört.

Seit etwa zwei Jahren gibt es eine intensive Kampagne gegen die Gatterjagd. Ein Großteil der bekannten Informationen über die Gatterjagd und das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd stammt aus der Recherchearbeit des VGT.

Erst wurden Jagdgatter in den betroffenen Bundesländern ausfindig gemacht, woraufhin die Gatterjagden und das Töten der kurz vor der Jagd ausgesetzten Fasane und Enten umfangreich dokumentiert und der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. Bei der Recherche fiel sogar auf, dass Tiere in manchen Gattern so sehr an den Menschen gewöhnen, dass sie bereits handzahm geworden sind, wie es vom VGT auch dokumentiert wurde, was die Jagd auf diese Tiere ebenfalls sehr fragwürdig macht. Anschließend häuften sich kritische und kreative Medienaktionen in Wien und anderen Bundesländern, verbunden mit regelmäßigen Infotischen und Demos, bei denen die Öffentlichkeit über die Gatterjagd aufgeklärt wurde.

Zu den medial auffälligeren Aktionen zählt beispielsweise ein Straßentheater, bei dem ein Jagdgatter mit Hochständen in den Landeshauptstädten aufgebaut wurde, in welchem als angeschossene Tiere verkleide AktivistInnen lagen und zwei weitere den Lobbyisten und Gatterjäger Alfons Mensdorff-Pouilly und Pröll darstellten. Bei einer anderen Aktion, den „Gatterjagdawards“ wurde dem Salzburger Gatterjäger Mayer-Melnhof ein steinernes Herz verliehen.

Aber nicht nur durch die vielen spektakulären Aktivitäten wurden Menschen auf die Gatterjagdkampagne aufmerksam, sondern auch durch Anzeigen, die es von beiden Seiten regnet. Nach der Medienaktion, in der Mayr-Melnhof symbolisch ein steinernes Herz verliehen wurde, klagte dieser den VGT – es solle verboten werden, dass der VGT Kritik an seiner Gatterjagd übt. Doch laut dem Urteil des Oberlandesgerichts, sind die VGT Aktionen legitim und dürfen weiterhin ausgeführt werden. Auch der Generalsekretär der Landesjagdverbände, der den VGT als Lügner darstellte und dem Verein vorwarf, ein falsches Bild über die Gatterjagd zu verbreiten, darf das laut Urteil nun nicht mehr behaupten.
Auch seitens VGT wurde beispielsweise mehrmals wegen Tierquälerei angeklagt, in einem Fall, bei dem eine Hetzjagd durch ein Gatter beobachtet wurde, wobei ein Reh in seiner Angst wiederholt gegen das Gatter sprang und sich dabei verletzte. Obwohl das laut österreichischem Tierschutzgesetz klar als Tierquälerei bezeichnet werden kann, war die Anzeige erfolglos. Auch eine Hetzjagd auf Wildschweine im Gatter, veranstaltet von Mayr-Melnhof, wurde aufgrund von Tierquälerei angezeigt, sowie das zu späte Aussetzen von Zuchtfasanen aus Mensdorff-Pouilly Volieren, das zudem auch ein Verstoß gegen das burgenländische Jagdgesetz war.

Dokumentation ist notwendig, um Menschen aufzuklären, ist aber für die JägerInnen unerwünscht.
Obwohl die Dokumentation legal von öffentlichen Wegen aus stattgefunden hat, kam es auch zu Übergriffen von Seiten der JägerInnen, die meistens verbal waren, wie beispielsweise eine Morddrohung, aber auch zu gefährlichen Situationen führen konnten. Vergangenen Winter schlug  knapp neben dem filmenden VGT Obmann ein Projektil ein, nachdem er von einem Jäger anvisiert worden war. Im Oktober 2016 musste so eine Tierschützerin durch mehrmalige Schläge auf den Kopf in ein Unfallkrankenhaus gebracht werden. Diese Arbeit ist also nicht immer unriskant, aber zum Aufklären der Gesellschaft notwendig.

Die diversen Tätigkeiten des VGT zum Thema Gatterjagd und der Jagd auf gezüchtete Tiere sind auch mit einer Petition zur Abschaffung der Gatterjagd in Österreich, ebenso wie die Abschaffung der Jagd auf eigens gezüchtete Tiere, verbunden. Diese kann bei allen aktuellen Aktionen des VGT, sowie online unterschrieben werden.

Online-Petition: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/petition.php

Weiterführende Informationen zur Kampagne: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/index.php

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Störung der öffentlichen Ordnung

Nach dem das neue Staatsschutzgesetz aka Bespitzelungsgesetz entgegen der Einstellung der BürgerInnen umgesetzt wurde, folgt die Novelle des SPG, das die Ausübung unserer Demonstrationsfreiheit weiter erschweren könnte.

An der zu kurzen Begutachtungsfrist von nur 9 Arbeitstagen, die auch in der Stellungnahme der Universität Wien und der des Rechnungshofes stark kritisiert wurde, ist wieder erkennbar, dass Meinungsäußerung bei der Gesetzgebung unerwünscht ist. Wenn bestimmte BürgerInnenrechte von einer Gesetzesänderung betroffen sein könnten, will mensch offensichtlich den BürgernInnen nur wenig Zeit geben, zu überlegen und so wenig Aufmerksamkeit wie möglich darauf lenken.

Während die Gesetzesnovelle inhaltlich 3 Maßnahmen vorsieht, ist vor allem die Erweiterung der Möglichkeiten, gegen Personen vorzugehen, die eine „Störung der öffentlichen Ordnung“ begehen, sehr kritisch zu betrachten. Wer Verhalten in der Öffentlichkeit zeigt, das „geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen“, kann durch die Novelle nun mit bis zu 500€ Strafe rechnen. Davor musste mensch „besonders rücksichtsloses Verhalten“ an den Tag legen, um eine Verwaltungsübertretung zu begehen, doch jetzt reicht eine interpretations-offene, „Störung der öffentlichen Ordnung“. Wenn ein oder mehrere Menschen nach der Meinung der Beamten stören, können diese die Betroffenen von dem Ort wegweisen. Weder eine Straftat, noch eine Gefährdung für umstehende Menschen muss dabei gegeben sein, sondern allein die individuelle Definition einer Störung.

Gesetzestexte sind bekannter Weise oftmals durch schwammige Begrifflichkeiten oder für Nicht-JuristInnen sehr komplizierte Wortwahl und Semantik geprägt.

Auch die Novelle ist gezeichnet durch schwammige Begriffe, wie „berechtiges Ärgernis“: Durch die breite Interpretationsmöglichkeit kann jede Demonstration und Protestaktion dafür in Betracht gezogen werden. Was „berechtigt“ ist, soll am Gefühl eines Durchschnittsmenschen gemessen werden, doch auch das ist noch sehr weit auslegbar, da es auch von einem  Durchschnittsmenschen unterschiedliche Definitionen gibt. Es ist sehr fraglich, ob Ärgerniserregung derartig objektiv begründet werden kann, zumal ein Ärgernis subjektiv jeder in unterschiedlicher Weise empfindet. In der genaueren Erläuterung soll durch die Störung eine „Änderung des Ablaufs des äußeren  Zusammenlebens von Menschen in wahrnehmbarer Weise“ stattfinden. Aber ist das nicht, was Demonstrationen, die durch die Versammlungsfreiheit geschützt sein sollten, oft nach sich ziehen? Interessieren sich PassantInnen für ein Thema, wie beispielsweise TTIP, Tierschutz oder Selbstbestimmung und wollen sich informieren oder aber auch über das Thema vor Ort diskutieren, falls sie anderer Meinung sind, gilt das nicht als Änderung des äußeren Zusammenlebens? Auch die (gewaltfreie) Konfrontation mit anders denkenden sollte doch im Zuge der Ausübung der eigenen Meinungs- und Versammlungsfreiheit, möglich sein. Eine geringfügige oder auch größere Störung des alltäglichen Ablaufs einer Person, die eine Demonstration oder Protestaktion wahrnimmt, ist aus dieser Perspektive doch immer gegeben und soll es auch sein, damit Menschen zum Nachdenken und ethischem Handeln angeregt werden können.

Will mensch die Gesellschaft zum Umdenken anregen, wie zum Beispiel, das Mitgefühl für notleidende Menschen oder ausgebeutete Tiere wecken, weckt das allein schon „objektiv berechtigtes Ärgernis“, da es den Gewohnheiten einer großen Zahl an Menschen widerspricht?

Es gibt viele Organisationen und engagierte Einzelpersonen, die durch die Gesetzesnovelle betroffen sein könnten, weil es unter anderem auch anfällig ist für individuelle Interpretationen von Beamten, die dadurch gegen Aktivitäten für BürgerInnenrechte, Tierrechte, umweltbezogene Themen, soziale Themen und ähnliche vorgehen können. Solche Entwcklungen führen dazu, dass Menschen es weniger wagen, für ihre Rechte und die Rechte anderer einzustehen, da sie mit negativen, rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Es ist wichtig, sich dadurch nicht die Hoffnung rauben zu lassen und weiterhin die eigene Freiheit, solange sie vorhanden ist, zu nutzen, um sich für diese auch einzusetzen und ziviles Engagement zu zeigen.

Warum bist du vegan?

Bei einem netten Gespräch im Front Food kürzlich haben wir über die Motivation für Veganismus gesprochen, ein Thema, über das ich beim wöchentlichen Infotisch natürlich öfter mit aufgeschlossenen PassantInnen spreche, die vegan teilweise selbst schon kennen und oder ausprobieren.

Nicht jede/r hat die gleichen Gründe für eine Ernährungsumstellung – manche möchten die Umwelt und das Klima schützen, das durch die Massentierhaltung und deren direkten Konsequenzen stark gefährdet wird, andere lieg das Wohl und die Rechte der Tiere am Herzen, von denen die Mehrheit in schlechter, unnatürlicher Haltung unter ständigem Stress und Depression leidet, wieder andere wollen auf ihre Gesundheit achten. All das sind gute Gründe und bei vielen mir bekannten Menschen spielen alle Gründe bei der Entscheidung mit, da es ja auch Zusammenhänge dazwischen gibt.

Es gibt durch die steigende Nachfrage und Interesse an dem Thema auch eine steigende Anzahl an veganen Produkten, auch in „normalen“ Supermärkten. Es gibt tatsächlich einen großen Trend in Richtung Veganismus. Worauf mensch aber achten muss, ist, dass dieser auch aufrecht erhalten werden soll, da Trends alleine dazu neigen, nach einer Weile zurückzugehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Veganismus-Gedanken mit Tierrechtstätigkeit und Umweltschutzbewusstsein zu stützen, um die Offenheit und Bereitschaft für vegane Ernährung zu stärken.

Reine Gesundheits-Veganer, oder wie sie von manchen kritischen Menschen auch genannt werden „Trend-Veganer“ oder „Yoga-Veganer“, sind nicht zwingend egoistisch handelnde Menschen, nur weil Gesundheit ihnen am Herzen liegt. Doch die eigene Gesundheit ist jedem selbst überlassen, dabei hat mensch keine Verantwortung gegenüber irgendwem anderen außer sich selbst.

Den Tieren ist es selbstverständlich egal, welchen Grund ein Mensch hat, keinen Auftrag zu geben, sie zu töten oder zu quälen. Von Beispielen aus Bekanntenkreisen, sehe ich aber immer wieder, dass Menschen, die prinzipiell gerne gesund leben wollen (und sich daher pflanzlich ernähren), von dem Lifestyle aber auch gerne einmal Pausen einnehmen wollen oder sich irgendwann ganz davon trennen – denn es gibt ja sonst keinen Grund, der sie zu einer veganen Lebensweise motivieren sollte.

Von gesundheitlicher Perspektive ist es sogar möglich mit geringen Mengen an Tierprodukten ausgewogen zu leben. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass Veganismus in irgendeiner Weise ungesund wäre – ganz im Gegenteil! Der Mensch kommt ohne Tierprodukte sehr gut zurecht, im Alltag sowie bei sportlichen Höchstleistungen, trotz unserer evolutionär erworbenen Fähigkeit, uns omnivor zu ernähren. Ich würde niemandem, der/die sich aus gesundheitlichen Gründen für Veganismus interessiert, sagen, „Du liegst falsch“, aber ich möchte in solchen Fällen auch daran erinnern, welche positiven Auswirkungen Veganismus auf unsere Mitlebewesen und Mitwelt hat, damit die Motivation länger (immer) erhalten bleibt.
Gesundheit ist kein ausreichendes Argument für Veganismus, aber die Rechte der Tiere, Schutz gefährdeter Wildtierarten, sowie Umwelt- und Klimaschutz sind es.

Animal Liberation Workshop 2017

Mein Eindruck, den ich vom Aktivismus beispielsweise im Tier- und Menschenrechtsbereich gewonnen habe, zeigt, dass dessen Effektivität oft stark von der Vernetzung zwischen einzelnen Vereinen/Gruppierungen und auch Themenbereichen abhängt, wie ich auch in einem vergangenen Blogeintrag erwähnt habe: https://annahajakygeisler.wordpress.com/2016/04/16/solidaritat-zwischen-vereinen/

Ohne Zusammenarbeit bleiben wir auf vereinzelte kleine Grüppchen aufgeteilt, aber durch die Vernetzung untereinander kann nicht nur die Anzahl an AktivistInnen gesteigert, sondern auch der Ideenpool erweitert werden.

Ich bin daher auch sehr dankbar, dass ich für das Fair Planet in Linz (www.fairplanet.at) im Vorstand mitwirken darf, denn dabei kriegt mensch noch mehr Einblicke, in die verschiedenen Initiativen und kreativen Möglichkeiten, die mensch für Tiere, Menschen und Umwelt nutzen kann. Das Fest steht im Zeichen der Vernetzung und wird hoffentlich noch viele Jahre an Engagement feiern.

Auch der nächste Animal Liberation Workshop in Linz soll viel vernetzter sein als bisher. Der Verein gegen Tierfabriken, bei dem ich seit 3 Jahren arbeite und die Aktionen in Linz organisiere und koordiniere, ist in Linz ein kleines, aber sehr treues und aktives Grüppchen. Deshalb versuchen auch wir oft mit anderen Vereinen zusammenzuarbeiten. Eine große Unterstützung dabei war beispielsweise der Verein RespekTiere aus Salzburg, die selbst großartige Tierschutz- und Tierrechtsarbeit leisten. Auch RespekTiere wird beim ALW 2017 dabei sein. Zudem werden auch 2 Vereine aus Rumänien vertreten, Schabenreith wollen wir einladen, sowie die Tierfreunde Oberösterreich. Das Programm soll deshalb neben der VGT Arbeit auch die der anderen Vereine beinhalten und bei einem Workshop auch Gemeinsamkeiten hervorheben und mögliche Kampagnen, die mensch gemeinsam angehen kann andenken. Auch die gegenseitige Unterstützung soll allgemein und bei einzelnen Projekten gestärkt werden. Zudem soll es für die beteiligten Organisationen dabei je einen Infotisch geben, wo Infomaterial u.ä. aufgelegt werden kann.

Wir wünschen uns einen aufschlussreichen und motivierenden Animal Liberation Workshop und hoffen, dass noch viele weitere erfolgreiche Aktionen stattfinden werden, wir gemeinsame Ziele ansteuern und gemeinsame Erfolge feiern können!

BürgerInnen “nötigen”, Besatzdichten nicht zu erhöhen

Schon lange hat es nicht mehr so viel Beteiligung an einer Tierrechts/Tierschutzaktion in Linz gegeben, wie bei dem Protest gegen die von SPÖ, ÖVP und Geflügelindsutrie geplante Besatzdichteerhöhung in der Geflügelmast diesen Samstag. Davor gab es bereits die Befürchtung, die Gruppe würde sich bald auflösen, da sich viele ehemalig Aktive entmutigt angenehmeren Dingen zuwenden.

Möglich ist, dass die Motivation teils gestiegen ist, weil der mühsame Tierschützerprozess ein Ende gefunden hat. Alle Angeklagten wurden in allen Punkten freigesprochen. Legale Kampagnen sind also keine schwere Nötigung und Schweinebefreiung ist keine Tierqual. Da das Selbstverständliche nun geklärt scheint, ist es wieder möglich sich auf andere Kampagnen und Tierschutz/Tierrechte zu konzentrieren.

Dass jetzt eine Verschlechterung im Tierschutz sogar von Seiten der SPÖ geplant sein soll, ist ein großer Schock nicht nur für AktivistInnen, insebsondere da Tierschutz jetzt Verfassungsrang hat.
Ganze 500 Unterschriften in nur 2 Stunden wurden in Linz bei der letzten Aktion gegen die Besatzdichteerhöhung und für eine Verbesserung anstelle dieser gesammelt.

Laut einem Abgeordneten der ÖVP wird Tierschutzminister Stöger durch kriminelle Organisationen [gemeint ist der VGT] genötigt, die Besatzdichteerhöhung nicht durchzuführen. Tatsächlich wird er von allen vernünftigen und mitfühlenden BürgerInnen dazu genötigt, die bereits jetzt miserablen Haltungsbedingungen nicht noch zu verschlechtern.

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Diese Haltung ist jetzt legal, aber es soll noch enger werden.

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Buchvorstellung des Künstleraktivisten Chris Moser

Detailliertere Informationen am Flyer und unter den Terminen auf veggies-linz.at

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Auch für mich ist die Thematik politische Kunst und Aktivismus wichtig. Unter KünstlerInnen findet mensch nicht oft solche, die über ihre Kunst auch politisch und gesellschaftlich relevante Themen ansprechen. Ich habe mir als “Hobbykünstlerin” oft dieselbe Frage gestellt, wie Chris: wieso schaffen KünstlerInnen nicht mehr politische Kunst (auch verständlich für andere Menschen)? Ist Kunst nur noch eine Ausflucht aus der Gesellschaft mit all ihren Missständen und Fragwürdigkeiten?
KünsterInnen sind natürlich, wie alle anderen Menschen, auch nur ein Teil der Gesellschaft, und werden von dieser beeinflusst. Umgekehrt kann Kunst aber auch eine Form von Aktivismus sein und die Gesellschaft beeinflussen. Wird das bewusst vermieden oder ist die Fähigkeit, zu hinterfragen auch bei vielen KünstlerInnen einfach nicht vorhanden? Tradition nimmt auch in verschiedenen Kunstformen einen festen Bestandteil an, aber die revolutionäre Aufgabe der Kunst wird vernachlässigt. Dazu gibt es Kunstfreiheit.

Wenn andererseits der Kunst gar keine Schranken gesetzt sind, kann es sogar hierbei zu Gewaltakten kommen. In Österreich wurden Fische in einer Mixer platziert und BesucherInnen aufgefordert, den Mixer einzuschalten, um zu zeigen, dass Menschen eine gewisse Blutrünstigkeit in sich tragen.
Die gesellschaftliche und politische Verantwortung der Kunst soll auf die gesellschaftliche und politische Verantwortung jedes einzelnen Menschen hinweisen. Wenn Kunst dabei selbst gewaltvoll ist, bestätigt sie die Gewalt, die sie hinterfragen sollte.

Wir sehen also, dass dieses Thema einen großen Umfang hat. Chris Moser traut sich, bestimmte Fragen über die Verantwortung der Kunst, aufzuwerfen. Seine Arbeit als Künstler und Tier- und Menschenrechtler finde ich seit langem sehr bewundernswert.

Demogespräch der Woche

Es gibt Menschen, die von Beginn an eine ablehnende bis feindliche Haltung gegenüber unbekannten Weltbildern haben, die vor allem die Veränderung eines Systems anstreben. Andererseits gibt es aber auch oft auf Menschen, denen das fremde Weltbild noch unangenehm ist. Letztere stellen Fragen und zeigen sich skeptisch, was AktivistInnen zwar oft nervt, zumal sich bestimmte Fragen und Argumente oft wiederholen, was aber zugleich auch wichtig ist.
Zum Thema pflanzliche Ernährung gibt es (neben Vorurteilen) immer skeptische Fragen. Diese beginnen fast immer bereits in der Familie. Jede/r weiß, wie sehr das stören kann.
Aber gäbe es solche Reaktionen nicht, würden wir auf die Fragen keine Antwort finden und geben wollen und diejenigen, die keine Antwort bekommen, werden auch nichts verändern wollen.
Auch dank nervigen Skeptikern hat das Thema Tierrechte und pflanzliche Ernährung einen Platz in der Gesellschaft eingenommen, hauptsächlich noch als Kontroverse.

Demogespräch: (4.1.14)

Passant: Was haltet ihr eigentlich von Jägern?
Engagierte Aktivistin: Das sind alles kranke Psychopaten!
…Schockiertes Schweigen bei PassantInnen und AktivistInnen…

(Anderes Gespräch)
Interessierter Mensch: Aber Pflanzen müssen ja auch umgebracht werden.
Engagierte Aktivistin: Pflanzen sind nicht leidensfähig, so wie die Tiere.
Anna: Pflanzen haben weder ein zentrales Nervensystem, noch Schmerzrezeptoren. Sie zeigen chemische Reaktionen auf äußere Einflüsse, also zb Fraßfeinde oder Klima. Für Pflanzen ist ein Bewusstsein und eine bewusste Schmerzempfindung evolutionär nicht so sinnvoll, wie für Tiere. Tiere müssen fliehen, sich verteidigen, überlegen oder füreinander sorgen können, um zu überleben. Dazu sind auch bestimmte Emotionen notwendig und ein Wille, bestimmte Situationen, wie zum Beispiel Schmerzen, zu vermeiden.
Interessierter Mensch: Ja, aber ich will ja auch Pflanzen schützen, da ess ich lieber manchmal Tiere.
Roland: Wenn du Pflanzen schützen willst, dann solltest du Pflanzen essen, statt Tiere, die vorher 10mal so viele Pflanzen gegessen haben und 90% der Pflanzen in Gülle und Klimagase umgewandelt haben.
Anna: Das heißt, wenn du nur pflanzlich isst, dann werden weniger Pflanzen für dich gequält.
Interessierter Mensch: Ja, aber Pflanzen leiden doch nicht. …Ich muss jetzt gehen. Aber ich nehm mir von euch was zum Lesen mit.