Animal Liberation Workshop 2017

Mein Eindruck, den ich vom Aktivismus beispielsweise im Tier- und Menschenrechtsbereich gewonnen habe, zeigt, dass dessen Effektivität oft stark von der Vernetzung zwischen einzelnen Vereinen/Gruppierungen und auch Themenbereichen abhängt, wie ich auch in einem vergangenen Blogeintrag erwähnt habe: https://annahajakygeisler.wordpress.com/2016/04/16/solidaritat-zwischen-vereinen/

Ohne Zusammenarbeit bleiben wir auf vereinzelte kleine Grüppchen aufgeteilt, aber durch die Vernetzung untereinander kann nicht nur die Anzahl an AktivistInnen gesteigert, sondern auch der Ideenpool erweitert werden.

Ich bin daher auch sehr dankbar, dass ich für das Fair Planet in Linz (www.fairplanet.at) im Vorstand mitwirken darf, denn dabei kriegt mensch noch mehr Einblicke, in die verschiedenen Initiativen und kreativen Möglichkeiten, die mensch für Tiere, Menschen und Umwelt nutzen kann. Das Fest steht im Zeichen der Vernetzung und wird hoffentlich noch viele Jahre an Engagement feiern.

Auch der nächste Animal Liberation Workshop in Linz soll viel vernetzter sein als bisher. Der Verein gegen Tierfabriken, bei dem ich seit 3 Jahren arbeite und die Aktionen in Linz organisiere und koordiniere, ist in Linz ein kleines, aber sehr treues und aktives Grüppchen. Deshalb versuchen auch wir oft mit anderen Vereinen zusammenzuarbeiten. Eine große Unterstützung dabei war beispielsweise der Verein RespekTiere aus Salzburg, die selbst großartige Tierschutz- und Tierrechtsarbeit leisten. Auch RespekTiere wird beim ALW 2017 dabei sein. Zudem werden auch 2 Vereine aus Rumänien vertreten, Schabenreith wollen wir einladen, sowie die Tierfreunde Oberösterreich. Das Programm soll deshalb neben der VGT Arbeit auch die der anderen Vereine beinhalten und bei einem Workshop auch Gemeinsamkeiten hervorheben und mögliche Kampagnen, die mensch gemeinsam angehen kann andenken. Auch die gegenseitige Unterstützung soll allgemein und bei einzelnen Projekten gestärkt werden. Zudem soll es für die beteiligten Organisationen dabei je einen Infotisch geben, wo Infomaterial u.ä. aufgelegt werden kann.

Wir wünschen uns einen aufschlussreichen und motivierenden Animal Liberation Workshop und hoffen, dass noch viele weitere erfolgreiche Aktionen stattfinden werden, wir gemeinsame Ziele ansteuern und gemeinsame Erfolge feiern können!

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Ökologische Pflegeeinsätze

Kürzlich (im September – also eigentlich schon länger her) hatte ich die Gelegenheit, bei einem Pflegeeinsatz vom Naturschutzbund Niederösterreich an der Thermenlinie mitzuwirken. Vom Naturschutzbund aufgekaufte Flächen, die beispielsweise früher zum Weinanbau genutzt wurden oder auch beweidet werden, müssen auch gepflegt werden, um diese zu erhalten.
Nach der Nutzung sind die ehemaligen Weingärten verbracht und konnten teilweise geschützte, angepasste Tier- und Pflanzenarten beherbergen, die sich erst durch die Nutzung ansiedeln konnten. Es klingt daher auch sinnvoll, die betroffenen Flächen nach der Nutzung weiterhin zu pflegen, um ansonsten vom Verschwinden bedrohte Arten zu erhalten, oder?

Die Antwort hängt auch vom jeweiligen Blickwinkel ab – Klimaschutz, Artenschutz, Tierschutz…

Da der CO2 Ausstoß unserer Gesellschaft größten Teils aufgrund von Massentierhaltung, Abbau fossiler Brennstoffe und Industrie ständig steigt, kommt der Erhaltung der CO2 Speicher unserer Umwelt immer wichtigere Bedeutung zu – die Wälder. Je nach Baumarten und Waldtyp sind Wälder in der Lage große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Ohne Wälder wäre die CO2 Konzentration in der Atmosphäre um ein Vielfaches höher.

Aufgrund dessen stellte sich mir während der Arbeit die Frage, ob es nicht aus diesem Grund sinnvoller wäre, die gekauften Pflegeflächen in ihren ursprünglichen Zustand als Wald zurückkehren zu lassen und die natürliche Sukzession nicht mehr zu unterbrechen.

Es stimmt, wir müssen Verantwortung gegenüber dem Klimawandel übernehmen. Doch selbst wenn wir einige Flächen verwalden ließen, wäre das Problem Klimawandel dadurch noch nicht beseitigt. Die Belastung für Klima und Umwelt durch die oben genannten Faktoren wären nach wie vor gegeben, solange mensch das Problem nicht an der Wurzel packt. Es ist sehr fraglich, ob ein bisschen mehr Wald dem steigenden CO2 Ausstoß entgegenwirken kann. Zudem ist CO2 nicht das einzige durch Menschen verursachte Klimagas, hinzu kommen auch beispielsweise Methan und Lachgas, die eine Erwärmung des Klimas fördern und durch einen „positive feedback loop“ durch die Erwärmung in einer noch größeren Freisetzung der Klimagase resultiert, die wiederum die Erwärmung fördern.

Die Verantwortung gegenüber unseren Mitlebewesen und Mitwelt ist aber neben jener über die Erderwärmung ebenfalls vorhanden. Aufgrund der Nutzung durch den Menschen konnten sich viele Arten erst in den Flächen richtig etablieren und ausbreiten. Aus dem Blickwinkel des Artenschutzes wäre es also verantwortungslos, alle Flächen sich plötzlich wieder selbst zu überlassen. Beispielsweise könnten viele Heuschrecken- und Tagfalterarten so gänzlich verschwinden. Auch die stark gefährdeten Ziesel hätten an manchen Standorten keine Chance sich zu erhalten, gäbe es dort gar keine Pflegemaßnahmen mehr.

Die ökologischen Störungen, die durch die Pflege der Flächen aber zustande kommen, dienen dem Erhalt der Artenpopulation dort.

Die Arten würden durch ein Unterlassen der Pflegemaßnahmen selbstverständlich nicht auf brutale Weise ausgerottet, so wie das bei Regenwaldrodungen für den Anbau von Tierfutter oder durch den kommerziellen Fischfang der Fall ist, sondern würden nur langsam verschwinden, da sich der Lebensraum langsam verändern würde. Insofern wäre es aus der Sicht des Tierschutzes nicht unethisch, die Pflege nicht fortzusetzen.

Auch Ästhetische Ansprüche und der Erholungswert sind für die meisten Menschen wichtig, die die vielfältige Landschaft, in diesem Fall sekundären Lebensraum, genießen möchten und Zeit in der Natur verbringen wollen. Und als Bewusstseinsbildung für die Verantwortung, die wir haben, ist auch das ein Grund, weshalb Pflegeeinsätze sinnvoll sein können. Dabei können diese Ansprüche natürlich sehr stark individuell variieren; ich persönlich bevorzuge ursprüngliche oder zumindest sehr naturnahe, weite Wälder stark vor Kulturlandschaft. Gerade deshalb ist es wichtig, nicht allein nach dem eigenen Interesse zu entscheiden, sondern das der Gesellschaft, Umwelt und das der Tiere miteinzubeziehen.

Zusammengefasst gibt es bei Erhaltungsmaßnahmen, aber sicher auch bei ökologischen Restaurierungs-Maßnahmen immer verschiedene Perspektiven, die zu bedenken sind und die zu der ökologisch sinnvollsten und ethisch vertretbarsten Lösung führen sollen.

Respekt anstatt zielloser Tradition

Bei meinen fast jährlichen Besuchen in Südschweden hatte ich immer die Gelegenheit, viele Vogelarten und ihr Verhalten, insbesondere Wasservögel, zu beobachten. Nicht nur die Wasserlandschaften und lichten Wälder bieten ihnen ein gutes Zuhause, sondern auch die Tatsache, dass Vogelfang in Schweden strengstens verboten ist.

Das dort geltende Jedermannsrecht (Allemannsrätt) gewehrleistet, dass sich jede/r frei in der Natur bewegen darf, sowie auch zelten, bedingt aber durch einen respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen. So gibt es zahlreiche Vogelbeobachtungsplätze und geschützte Vogelgebiete, die auch nicht durch unzeitgemäße Traditionen, wie Singvogelfang, gestört werden dürfen.
Anstatt den Singvogelfangplätzen, die mensch als Wanderer im oö Salzkammergut zu Weilen antrifft, wäre ein respektvoller Umgang mit Vögeln auch in Österreich wünschenswert.

Viel aufmerksamere Arbeit, als sie einzusperren, ist, sie in einem Bild einzufangen.
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Macht und Verantwortung

Die Wahrheit wird oft verschwiegen, denn die Wahrheit bringt oft Unannehmlichkeiten, schlechtes Gewissen oder Profiteinbuße. Einflussreiche Konzerne oder Personen, die im öffentlichen Interesse stehen, haben wie “normale” Menschen die Möglichkeit zu sprechen, zu lügen oder zu schweigen. Mit der Wahl, die sie treffen, können sie jedoch oft viel mehr bewegen, und sie haben die Wahl die Richtung der Bewegung zu wählen.
Aus genannten Gründen fällt die Wahl leider oft nicht auf die Wahrheit.
Wenn eine Person oder Organisation an Macht gewinnt, sinkt die Motivation die (ganze) Wahrheit zu sagen. Das geschieht beinahe schon unausweichlich. Dennoch ist es für eine ethisch handelnde Gesellschaft ebenso unausweichlich, sich wieder zu motivieren, nach den Tatsachen zu suchen und diese nicht zu verschweigen. Wir alle, aber besonders Konzerne, Organisationen, Politiker, etc. tragen diese Verantwortung.
Im folgenden ein offener Brief eines Tier- und Umweltschutzaktivisten, der genau an diese Verantwortung erinnern will:

 

Nach eigener Darstellung ist Greenpeace eine unabhängige Organisation, die sich seit Jahren weltweit einsetzt für den Schutz der Regenwälder, der Meere, des Klimas, der Umwelt allgemein, und dieses Jahr schwerpunktmäßig für die Bienen. Doch jedes mal, wenn ich von Mitarbeiter_innen von Greenpeace entweder auf der Straße angesprochen oder am Telefon angerufen wurde, ging es ihnen immer nur um Dauerspenden.

Und jedes mal, wenn ich die sympathischen, jungen, eloquenten Umweltschützer_innen darauf angesprochen hatte, ob sie wüssten: wofür der Großteil des Amazonas-Regenwaldes eigentlich gerodet wurde? was mit der Hälfte des weltweiten Fischfangs eigentlich geschieht? was laut FAO-Bericht 2006 für 18% und laut Worldwatch-Report 2009 für 51% aller menschengemachten Klimagase, und was laut Footprintrechner für etwa 1/3 des ökologischen Fußabdrucks der Menschen der Industrienationen eigentlich verantwortlich ist? warum Mais mit Neonicotinoiden gegerbt wird, bzw. warum es so viele Mais-Monokulturen gibt, bzw. wer eigentlich den ganzen Mais isst, oder wo denn der Großteil der Nitrate, Antibiotika und anderen Chemikalien im Grundwasser her kommen? – Schweigen, Erstaunen, Überraschung, in manchen Fällen sogar Abstreiten oder gar offene Aggression und Abkehr vom Umweltschutz.

  • Für alle, die die Antworten auf diese Fragen ebenfalls noch nicht kennen: Die gerodeten Gebiete des Amazonas-Regenwaldes wurde zu fast 70-80% für Weideflächen und zu fast 20-30% für den Anbau von Soja für Exportfuttermittel zerstört. Österreich importiert jährlich hunderttausende Tonnen Gensoja aus gerodeten Regenwäldern für die heimische Tierindustrie. Die Hälfte des weltweiten Fischfangs wird zu Fischmehl verarbeitet an Tiere verfüttert. Die Tierhaltung ist laut FAO-Bericht 2006 für 18% und laut Worldwatch-Report 2009 für 51% aller menschengemachten Klimagase sowie laut Footprint-Rechner für etwa 1/3 des gesamten ökologischen Fußabdrucks der Menschen der Industrienationen verantwortlich. Die Mais-Saat wird mit dem Nervengift Neonicotinoid gegerbt, um den Maiskolbenbohrer, der sonst große Teile der Mais-Monokulturen auffressen würde, zu vergiften. Mais wird in Österreich fast ausschließlich für die Schweinemast angebaut. Da Lebensmittel, wenn sie von Lebewesen gegessen werden, zum Großteil in Atemluft, Kot, Harn und Knochen, und nur zu einem geringen Anteil in Muskelfaser (bzw. im Fall der Milch- und Eier-Industrie in Muttermilch und Eier) umgewandelt werden, benötigt die Schweine-Industrie (ebenso die Milch- und Eier-Industrie) riesige Mengen an Lebensmitteln. Der einzige Weg, diese Unmengen an Lebensmitteln zu produzieren, sind (neben Futtermittelimporten) Monokulturen. Sogenannte Schädlinge, wie etwa der Maiskolbenbohrer, sind die natürliche Reaktion gestörter Ökosysteme auf Monokulturen. Da ein Großteil der verfütterten Lebensmittel in Kot und Harn umgewandelt wird, ist die Tierindustrie der Haupt-Emitent von Nitraten. Da es mehr Schlachttiere als Menschen gibt, und da diese Tiere schnell wachsen (bzw. viel Muttermilch und Eier produzieren) müssen, verbraucht die Tierindustrie mehr Antibiotika als alle Menschen zusammen. Da die Haltungsbedingungen dieser intelligenten (Nutz-)Tiere sich in einer kapitalistischen Welt nicht an den Interessen der Tiere orientieren können, werden viele von ihnen körperlich krank oder einfach verrückt, was mit Medikamenten und Psychopharmaka billig behandelt wird. All diese Probleme sind völlig unnötig, weil eine gut geplante pflanzliche Vollwertkost (vegan) für alle Menschen geeignet und wesentlich gesünder ist.
    Quellen: http://www.fao.org/newsroom/en/news/2006/1000448/index.html

    http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf

    http://www.footprint.at/
    http://www.ages.at/ages/ernaehrungssicherheit/gvo/soja-futtermittel/

    http://www.statistik.at/web_de/statistiken/land_und_forstwirtschaft/preise_bilanzen/versorgungsbilanzen/
    http://www.vegan.at/umwelt/index.html
    http://www.provegan.info/de/studien/

Greenpeace hätte als weltweit anerkannte Umweltschutz-Organisation mit Abermillionen von Spendern und Spendengeldern so viel Macht, um die Umwelt-vernichtende Ignoranz der Menschheit zu überwinden, und durch gezielten Druck auf die Regierungen beispielsweise Umweltsteuern statt Milliardensubventionen für eine Tierindustrie zu bewirken, die sinnloserweise die Ressourcen dieses Planeten verschlingt und zerstört und unser aller Lebensgrundlage bedroht.

Ich bitte daher alle Umweltschützer_innen, die positiven Kräfte innerhalb von Greenpeace durch kritische Anfragen bei der Servicezentrale von Greenpeace CEE zu bestärken, damit sich alle Mitarbeiter_innen von Greenpeace ihrer persönlichen Verantwortung durch ihre Ernährungsgewohnheiten bewusst werden, und die gesamte Organisation sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als weltweit größte und renommierteste Umweltschutzorganisation bewusst wird, und sich endlich dazu durchringt zum Schutze des Planeten auch etwaige Spendeneinbußen hinzunehmen.

service@greenpeace.at
Telefonisch: +43 (0)1 545 45 80 (Mo-Do 9:00-17:00; Fr 9:00-13:00)

Demogespräch der Woche

MitstreiterInnen oder potentiellen MitstreiterInnen begegnet mensch immer wieder bei Versammlungen. Oft wird auch von einer möglichen Vernetzung gesprochen, um gemeinsame Ziele eher erreichen zu können.

Infotisch-Gespräch:

Greenpeace Mitarbeiter: Kennt ihr Leute unter euch, die bei uns mitarbeiten wollen?
Aktivistin: Kann sein, ich kann mal herumfragen.
Roland (Aktivist): Aber ihr könnts gern mal bei uns mitmachen, weil wir ja die selben Ziele verfolgen. Mit Veganismus schützen wir die Regenwälder vor der Rodung für Weideflächen und Sojaanbei für Nutztiere und die Ozeane vor Überfischung. Und wir sind auch beide von Repression betroffen. Einige Greepeace AktivistInnen wurden wegen Piraterie angeklagt und bei uns betrifft es einige AktivistInnen im Tierschützerprozess, die wegen schwere Nötigung angeklagt sind, weil sie Infotische angekündigt haben.
Greenpeace Mitarbeiter: Fleischkonsum ist schlecht?
Roland: Der Amazonas Regenwald wird hauptsächlich für Anbau von Futtermitteln für Nutztiere gerodet. Und die Hälfte des weltweiten Fischfangs landet auch in Futtertrögen. Genau das will Greenpeace ja verhindern.
Greenpeace Mitarbeiter: Ich muss gehen, weil ich mich gleich mit jemandem treffe.

Leider scheitert die Vernetzung in der Realität doch. Oft auch nur an kleinen Unterschiedlichkeiten.