Staatsschutz in Österreich

Seit Sommer 2015 fanden regelmäßige Aktionen von verschiedensten Organisationen statt, gestützt von der Meinung besorgter BürgerInnen aus verschiedenen Berufs- und Interessensgruppen, die alle gegen das Staatsschutzgesetz gerichtet waren für Meinungsfreiheit plädierten.

Doch trotz der enormen Bemühungen wurde das Staatsschutzgesetz am 27.1.2016 im Nationalrat GEGEN DIE INTERESSEN DER MEHRHEIT beschlossen.
In Wien kämpften beispielsweise AKVorrat und Attac dafür, die eigene Meinung zukünftig ohne Furcht vor Bespitzelung ausdrücken zu können und sich für ein gemeinsames Ziel, wie zum Beispiel, Einhaltung von Menschenrechten, engagieren zu können. In Linz gründeten Organisationen, wie die Solidarwerkstatt, Verein gegen Tierfabriken, DIDF, AKVorrat, etc. die Platform gegen das Staatsschutzgesetz und mobilisierten BürgerInnen, die diese Meinung ebenfalls vertraten, sich deutlich für Meinungsfreiheit auszusprechen.
Aber das Vorhaben, BürgerInnenrechte weiter einzuschränken und weitere Schritte in einen Überwachungsstaat zu setzen, ist heute wieder weit verbreitet. Diese Tendenz zeigte sich schon stark durch das den Plan der Vorratsdatenspeicherung und durch den Mafiaparagrafen §278ff, der besonders im Tierschützerprozess im Zentrum stand.

In der Politik, besonders seitens der ÖVP und FPÖ, versteht man sich, mit der Angst von BürgerInnen zu spielen bzw. die Furcht vor Terrorismus zu stärken. Deshalb nehmen manche Menschen Einschränkungen von Bürgerrechten und Menschenrechten einfach hin. Doch wenn mensch seine eigenen Interessen nicht mehr vertreten kann, ohne polizeilich ohne konkreten Verdacht überwacht zu werden, schränkt das die Angst keineswegs ein. Denn nicht Terroristen, die zu grässlichen Gewalttaten bereit sind, stehen dabei im Vordergrund, sondern Menschen, die sich gewaltfrei für ein gesellschaftliches oder politisches Ziel organisieren und aussprechen.

Deshalb geben engagierte BürgerInnen nicht auf. So plant beispielsweise der AKVorrat eine Verfassungsklage nach dem Inkrafttreten des Staatsschutzgesetzes am 1.Juli 2016 und kann dabei wieder viel Unterstützung erwarten.

Kleiner Aufwand, großer Erfolg

Sich für seine Mitwelt einsetzen kann so einfach sein und gleichzeitig gute Laune verbreiten. Es kann so einfach sein, wie gemeinsam miteinander zu backen und das Produkt der guten Laune und Motivation an Menschen zu verkaufen, die ebenfalls helfen wollen.
Es könnte zum Beispiel ein regelmäßiger Keks-back Tag, verbunden mit einem Filmabend, sein, für den jede/r ein bisschen beiträgt, um Spenden für wichtige Projekte oder Kampagnen zu sammeln.

So wurde die vergangenen Wochen immer sonntags in Auwiesen ein zur Verfügung gestellter Raum genutzt, um gemeinsam vegane Kekse zu backen, was schlussendlich einem Esel-Projekt in Mauretanien (vom Verein RespekTiere) zu Gute kommen soll. Und wegen der Aktualität vom neuen Star Wars Film (Episode 7, The Force Awakens), der im Dezember in die Kinos kommt, war die Keksgesellschaft Star Wars themed und mit jeweils einem Filmabend verbunden.

Viele Menschen, denen bestimmte Themen ein großes persönliches Anliegen wäre, sind durch Arbeit ausgelastet und fühlen sich gegenüber der teils grausamen Ausbeutung unserer Mitwelt machtlos. Aber Helfen muss nicht mit großen Zeit- oder Geldaufwand verbunden sein. Es gelingt, wie man sieht, oft schon mit geringem Aufwand, etwas für Tiere, Menschen und für ein friedliches Zusammenleben etwas beizutragen. Das kann auch einfach nur beinhalten, sich selber zu informieren und wachsam zu sein und Informationen zu verteilen, oder eine Teilnahme an Mensch-, Tier- oder Umweltschutz orientierten Events, eine Unterschrift bei einer Petition für Friedenspolitik statt Waffenhandel oder ein gemeinsamer Müllsammelnachmittag, eine Futterspende für Heimtiere oder eine ermutigende Nachricht an Produzenten, mehr Bio- oder Fair Trade Produkte herzustellen und zu verkaufen.

Die Möglichkeiten sind zahlreich und beinahe überall vorhanden.

Kekse backen wird nicht die Welt retten, so wie auch keine einzelne Person das bewerkstelligen kann. Aber 7 Milliarden Menschen sind nicht machtlos gegenüber Ausbeutung, Korruption oder Gewalt. Nur ein kleiner Anteil dieser Menschen sind die Leidverursacher(Innen), die große Mehrheit hat die Fähigkeit Empathie zu empfinden und die Möglichkeit, wenig Zeit zu investieren, um jeweils kleine Veränderungen zu erreichen, die sich zu großen Veränderungen vereinigen können.

Ich möchte mich deshalb bei den beiden OrganisatorInnen der „Bake Wars“ Back-Tage herzlich bedanken!

 

Tierschutz und Produktivität

Glücklicher Weise werden nun auch auf der VetMed in Wien Lehrveranstaltungen zum Thema Tierschutz in der Nutztierhaltung angeboten. Obwohl es nahe liegt, sich an der VetMed mit Tierschutz zu befassen, war das nicht immer so.
Es gibt viele interessante Fallbespiele zum Thema Tierschutzrecht und Experimente in der Nutztierhaltung, die vor allem das Argument stützen, dass Tiere mit gutem Wohlbefinden auch höhere Produktivität zeigen.

Dazu stellt sich die Frage, wozu wird in der Nutztierhaltung Tierschutz betrieben? Ist es, weil die Mehrheit der Menschen nicht will, dass Tiere leiden und sich wünscht, dass sie „artgerecht“ gehalten werden? Es stimmt, der öffentliche Druck steigt, der Konsum an Tierprodukten aber auch.

Aber auch für die Produktivität lohnt sich ein gewisses Maß an Tierschutz. Wer „Nutztieren“ mehr Platz zum Bewegen gewährleistet, angemessene Böden (sprich: keine Vollspaltenböden), gute Liege- und Futterstellen zur Verfügung stellt und zudem auch noch freundlich mit den Tieren umgeht, steigert damit die Produktivität. Gute Hygiene und Management, sowie art- und tiergerechte* Haltung wirken sich also auch auf den Profit der Nutztierindustrie aus. (*Tiergerecht: Während der Begriff „artgerecht“ der artspezifischen Verhaltensweisen und Lebensführung gerecht bedeutet, orientiert sich „tiergerecht“ mehr am Individuum. Verletzungen und Krankheiten einzelner Tiere aufgrund der Haltung sollten also nicht als tiergerecht gelten. Aber leider scheint auch das ein sehr dehnbarer Begriff zu sein.)
Bei ausreichend weichen Liegeplätzen tritt zum Beispiel wesentlich weniger oft Lahmheit auf, bei ausreichend Platz können sich Krankheiten weniger schnell ausbreiten, wenn positive soziale Kontakte im Leben der Tiere vorhanden sind, gibt es weniger Aggression und weniger Stress für die Tiere und in sauberen Ställen treten weniger oft schmerzhafte Infektionen auf. Als Folge ist die Qualität der Tierprodukte meist besser.

Wird damit der Konsum von Tierprodukten ethisch (aus Sicht der Tiere) gerechtfertigt?
Tierschutz wird in der Tierhaltung objektiviert. Das Tierwohl wird mit Zahlen hinterlegen und es wird versucht ein Mindestmaß an Tierschutz zu erreichen. Dabei findet immer eine Abwägung zwischen Tierwohl und Profit statt, wobei letzteres in der kommerziellen Nutztierhaltung schwerer zu wiegen kommt. Der betriebene Tierschutz kommt also den Ausbeutern auch selber zu Gute.
Wir müssen also immer bedenken, dass es sich bei dem betriebenen Tierschutz in der Nutztierhaltung, meist um Mindestanforderungen handelt, die immer noch genug Profit einbringen müssen bzw. diesen steigern sollen.

Es bleibt also die Aufgabe von mitfühlenden Menschen, die Abwägung von Tierwohl und Profit immer weiter zu Gunsten derer, die nicht mitentscheiden können, zu bringen, bis es selbstverständlich ist, dass ein Lebewesen mehr wert ist, als dessen Nutzen und der Profit, den mensch damit machen könnte.
Massentierhaltung, die auch in Österreich bereits überwiegt (aufgrund der großen Nachfrage und der hohen Anzahl an Menschen), kann sich nie nur am Wohl der Tiere orientieren. Als Konsequenz ist es also nicht ethisch gerechtfertigt, die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern zu unterstützen und demnach ist es angebracht, deren Konsum mindestens (sehr) stark zu reduzieren.

Wahlwerbung: Zeit des bullsh*ts

Bei den Ausgaben für Wahlwerbung vor der Wahl am 27.9.2015 führt bei weitem die ÖVP (http://derstandard.at/2000022470776/Oberoesterreich-Wahl-OeVP-gibt-mit-Abstand-am-meisten-Geld-aus), während die FPÖ etwas billiger, aber sehr effizient mit der Angst der BürgerInnen vor Kriegsflüchtlingen spielt. Die SPÖ übertrifft sich immer wieder mit nichts-sagenden Wahlsprüchen und die Grünen versuchen, sich als geringstes Übel darzustellen, obwohl sie sich immer mehr an das größere Übel anpassen wollen.
Wer die Southpark Folge “Giant Douche & Turd Sandwich” gesehen hat, wird sich nun vor der Wahl in einer ähnlichen Situation wiederfinden.

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Müllsammelsommer

Die Müllsammelaktionen in Linz, die mit 3 Helferli begonnen haben, haben sich zu einem Fixevent entwickelt, das wöchentlich stattfindet mit bis zu 22 UnterstützerInnen.

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Obwohl immer noch jede Woche ein bisschen Müll achtlos entsorgt wird, ist der Unterschied seit dem Beginn der Müllsammelaktionen bereits deutlich sichtbar.
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Ausgegangen ist die Initiative RespekTiere deine Umwelt vom Tierrechtsverein RespekTiere. Denn Müll ist auch eine Gefahr für Wild- und Haustiere. Besonders Hunde essen gerne Abfall am Wegrand und Wasservögel verfangen sich oft in Verpackungen, Flaschen und Dosen.
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Da es weiterhin so sauber bleiben soll, wollen wir erreichen, dass wir Schilder an der Donaulände aufstellen dürfen, auf denen darauf hingewiesen wird, dass unsere Umwelt kein bewohnbarer Mülleimer werden soll. Es ist eine Bereicherung für uns und unsere Mitlebewesen, wenn jede/r mithilft und den eigenen Müll am besten zu Hause zum recyclen trennt oder wenigstens die zahlreich vorhandenen Mülleimer verwendet.
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Danke für das Engagement aller HelferInnen. Wir hoffen, damit auch an anderen Orten Menschen für ähnliche Aktionen zu motivieren.
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Luchsbesuch bei Linz

Eine freudige Nachricht in der Rundschau. Ein junger Luchs, der vor 5 Monaten im Böhmerwald frei gelassen wurde, ist nun in der Nähe von Linz gesichtet worden.

Sein Name ist Ludek und wie andere junge, männliche Artgenossen wandert er gerne weit. In diesem Fall vom Böhmerwald bis in den Kürnbergerwald bei Linz. Die Chancen, ihn zu Gesicht zu bekommen, sind zwar sehr gering, da Luchse sehr vorsichtig sind, dennoch ist es sehr erfreulich, ein knapp vor dem Aussterben bewahrtes Wildtier in der Nachbarschaft zu wissen.
Dass Luchse so vorsichtig sind, ist natürlich nicht überraschend, denn Menschen haben nicht nur ihren Lebensraum geraubt, sondern sie als „Schädlinge“ auch stark bejagt, wodurch sie fast überall in Österreich bereits im 19 Jahrhundert ausgestorben waren. Als er in Konflikt mit den Bauern gerieht, die um ihre Nutztiere fürchteten, war sein Schicksal fast besiegelt. Glücklicherweise kam es ungefähr ab den 70er Jahren zu Wiederbesiedelungsmaßnahmen.
Aber noch immer töten JägerInnen illegal die geschützten Luchse. Im Mai diesen Jahres wurden abermals abgetrennte Vorderbeine eines Luchses gefunden.

Obwohl die Zahl der Luchse im Böhmerwald noch sehr gering ist, befürchten JägerInnen bereits eine Überbevölkerung. Der Grund für die Befürchtung ist klar. Luchse jagen Wild und nehmen JägerInnen die Trophäen. Gern hätten sie einen hohen Wildbestand, damit sie als Vorwand, viel Wild erlegen zu können, den Wildverbiss gebrauchen können. Doch wenn der Rehwildbestand auf natürliche Weise reguliert bleibt, können LustjägerInnen nicht mehr ungehindert töten.

Ohne menschliche Hilfe, kann der Luchsbestand sich noch nicht selbst erhalten, die illegale Lagd auf sie kommt erschwerend hinzu. Ich hoffe zutiefst, dass Ludek auf keine Menschen mit böswilligen Absichten trifft und weiterhin unbemerkt durch die Wälder ziehen kann.

Soja

Es ist jedes Mal erschütternd, zu lesen, wie viele Nahrungsmittel verschwendet, Böden ausgelaugt, Dünger in unermesslichen Mengen versprüht und Tiere ausgebeutet werden. Doch jedes Mal, wenn entsprechende Artikel veröffentlicht und abgedruckt werden, können mehr Menschen auf das Problem aufmerksam gemacht werden und den Einfluss des eigenen Lebensstils reflektieren.

In der August Ausgabe von Geo und der Juni-Juli Ausgabe von Terra Mater werden Themen, wie Abholzung für Soja und Monopolisierung vom Nahrungsmittelhandel angesprochen.
Sojamonokulturen breiten sich in Argentinien immer weiter aus. Sojaanbau in Argentinien hinterlässt endlose Monokulturen. Dazwischen stehen die „Vorhänge“ – vereinzelte Bäume, um Wind zu bremsen. Das sind die letzten Überreste des einstigen Urwalds. „Drei Viertel der weltweiten Sojaernte wird zu Tierfutter. Für 1 Kilo Hühnerfleisch werden etwa 575 Gramm Soja verfüttert“ (Terra Mater, Juni-Juli, S88). Geo schreibt zudem: „Hühner sind vor allem: veredeltes Getreide.“ (Geo, August, S95) Was bedeutet, dass die Ernte an Tiere verfüttert wird. Doch es wird nicht 1:1 umgewandelt – hauptsächlich entstehen durch die „Veredlung“ Gülle, Schlachtabfälle und Treibhausgase.
Der Anbau selbst bringt bereits große Probleme mit sich: Das Unkraut muss beseitigt werden, um den Ertrag zu optimieren, das geht nur mit Gift. Vor allem Glyphosat spielt dabei eine wichtige Rolle – es vernichtet alles Leben, außer den genveränderten Sojabohnen, die auf dem Acker wachsen sollen. Das Gift wird dabei großzügig mit Traktoren oder Flugzeugen versprüht, oftmals auch über Wohnstätten. Die Zahl der Krebsfälle in betroffenen Gebieten ist enorm.
Der Anbau muss präzisiert werden, was nur mit großen Maschinen möglich ist. Die meiste Arbeit wird von Maschinen verrichtet, was weniger Arbeitskräfte zur Folge hat. Beispielsweise lebt El Colorado nicht vom Soja, das dort angebaut wird, sondern von Sozialhilfe, da der Sojaanbau die Menschen arbeitslos macht. Immer mehr ziehen dadurch in die Städte.
Die Lebensgrundlage der Ureinwohner wurde ihnen genommen, ohne dass sie sich hätten wehren können, denn viele können weder lesen noch schreiben.
Es gibt heute 32 Millionen Hektar Ackerfläche in Argentinien, Tendenz steigend, auf Kosten von Kleinbauern, Umwelt und Tierschutz.
Auch Brasilien ist einer der Top-Sojalieferanten – 93 Millionen Tonnen werden pro Jahr geerntet. Die Nahrung geht Großteils an Massentierfabriken, von denen es dort ebenfalls unzählige gibt.
Das alles aufgrund des hohen Konsums an Tierprodukten. Auch in China steigt nun der Fleischbedarf. Wenn aber alle Menschen in China so viel Fleisch essen werden, wie beispielsweise wir ÖsterreicherInnen, dann brauchen wir bald mehr als einen Planeten zur Futtermittelproduktion.