Mittelgroßer Schabenreith Bericht

Eine Woche ist nicht annähernd genug Zeit, um alle Tiere und die ganze Arbeit im Tierparadies Schabenreith kennen zu lernen, aber für eine so kurze Zeit bietet es trotzdem erstaunlich viele neue Eindrücke und Erkenntnisse.

Es war noch unsicher, was wir eigentlich machen sollen in Schabenreith – gemeldet haben eine Freundin und ich uns fürs Mithelfen, weil die brauchen ja sicher immer Unterstützung. Am besten zu zweit, weil so noch mehr geholfen werden kann. Zeit für eine Einschulung hat zwar niemensch dort, aber wir wollten einfach so weit helfen, wie möglich.

Am Eingang ein wildes und lautes Durcheinander an Hunden, die uns begrüßen. Man kennt sich ja noch nicht so gut. Michi freut sich, Nougat will Stöckchen spielen, Kuki will der Chef sein, Michi will jetzt auch Stöckchen spielen, aber Draculina klaut es ihm (es ist ihr viel zu groß), Benny ist skeptisch und knurrt, weil wir verdächtige Rucksäcke haben, Zwickizwacki bellt Nougat an, Cathena will was futtern, Shalom will auch mitmischen, aber leider verträgt er sich nicht gut mit anderen Hunden bei bestimmten Berührungen. Grundsätzlich spielt es sich so oder so ähnlich immer ab, wenn es die Gelegenheit gibt, Aufmerksamkeit zu bekommen. Jeder kann seinen Charakter ausleben, jeder bekommt individuelle Zuwendung dort.
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Sich für Gäste Zeit nehmen und gleichzeitig die ganze Arbeit zu schaffen ist sicher oft ein schmerzhafter Spagat vom Zwerg bzw. dem General, also der Chefin. Richtig bewusst wird einem das erst, wenn mensch die Arbeit selbst erleben kann.
Die zwei angestellten Tierpflegerinnen dort erklären, was es alles in der Katzenlounge, bei den Hundebetten, im Stall, beim Ausmisten, Transport, etc. zu tun gibt. Anfangs machen wir die Arbeit nie alleine, es kann zu viel passieren.

Ein wildes Durcheinander in der Katzenlounge… alle gleichzeitig streicheln, damit keiner zu kurz kommt. Zuerst ist es unmöglich, irgendetwas zu säubern, weil so viel Schmusigkeit einfach überwältigend ist. Die paar schüchternen Katzen, wie Biscotti, Lyrik und Herrn Fielmann, der nur eine Auge hat, lerne ich erst mit der Zeit kennen. Die vielen Klos reinigen, staubsaugen und wischen ist dort eine besondere Herausforderung – hockerlt man sich zum Katzenkisterl putzen hin, springen Nr 17 und Lutz sofort auf den Schoß, geht so also nicht, dann lieber bücken… nur dass kurz darauf 3 Katzen auf den Rücken springen und tiefe Kratzspuren hinterlassen, also zurück zur ersten Variante.
Der Wischmop ist ein super Ersatz für eine Maus und der Staubsauger wird angefaucht, danach aber nicht weiter beachtet.
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Ich habe vollstes Verständnis für die Sorgen vom Zwerg, wenn es Besuch bzw. freiwilliger HelferInnen gibt. Es kann durch kleinste Fehler, wie das offen lassen einer Tür so viel passieren und ist es auch schon mehrmals. Das lag wahrscheinlich nie in der Absicht der Verantwortlichen, aber bei sich zuhause trägt mensch diese Sorgen und Verantwortungen oft nicht und achtet daher wenig darauf (wer hat schon 450 Tiere bei sich zuhaus?). Würde die Katzenlounge nicht richtig verschlossen, dann kann das unter Umständen Leben kosten. Das gilt auch für alle anderen Türen.

Mauserl ist ein ca. 8-jähriger, sehr großer, lieber Kangal, der sich so sehr über Besuch freut, dass einen die Freude umhauen kann, dazu genügt schon ein Schups mit einer Pfote. Vor dem Spaziergang mit ihm war ich etwas nervös, da ich ihn niemals, trotz regelmäßigem Training, halten könnte, wenn er eine andere Richtung bevorzugt, wie ich. In Wirklichkeit ist er aber ein unglaublich rücksichtsvoller Hund…oder Bär, ich war mir nicht ganz sicher.
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Zu den wichtigen, hygienischen Maßnahmen gehört das Ausmisten nun mal, und weil das im tiefsten Winter nicht überall gemacht werden kann, sammelt sich über die Monate einiges an. Demensprechend lange und dreckig ist der Prozess im Frühjahr. Hätten uns Amicelli, die Gosinger Ziege und Dalei, das Lama, nicht ständig abgelenkt, dann wäre es aber trotzdem schneller gegangen. Dem Dalei wird zwar nachgesagt, dass er gerne spuckt, aber eigentlich will er nur Bussis und ist dann auch sehr freunlich. Amicelli, der aus Gosau kommt (so wie ich) und nach Schabenreith gekommen ist, weil er angeblich zu aggressiv wäre, kämpft einfach gerne mit Mistgabeln, was es unter Umständen schwierig macht, diese zum Ausmisten zu nutzen.

Nach ein paar Tagen war ich dann alleine und erledige auch immer mehr Aufgaben alleine – hauptsächlich putzen, Decken wechseln, Gießkannen und Heusäcke füllen und schleppen, Futter vorbereiten, Igel füttern, Hasen mit Essen, Wasser und Medizin versorgen, etc.
Gießkannen mag Abbado anscheinend besonders gerne, weil davon werden mir in kurzer Zeit gleich 3 geklaut – Abbado ist übrigens ein Pferd mit einem schlechten Ruf.
Es wäre alles einfacher ohne das Eis. Zwar hab ich die Schneezeit in Schabenreith nicht so sehr miterlebt, aber dafür die Eiszeit. Es gibt Tage, da stürmt und schüttet es und trotzdem ist es notwendig, klatschknass, wie mensch ist, die Heusäcke den Hügel übers Glatteis mit Gummistiefeln zu tragen. An der Tür zu den Ziegen, Schafen und zu Dalei angekommen, wollte ich mich nur für 5 Sekunden erholen, aber eine der beiden Kampfgänse nutzt die Gelegenheit, um mich durch den Zaun in das Bein zu zwicken. Als wäre es nicht schwer genug gewesen! Kaum ist die Türe offen, stürmen mir 3 der Ziegen, Stefan, Helene und eine mir noch unbekannte Kollegin entgegen, um das frische Heu zu kosten.
Es gibt aber auch weniger angenehme Dinge, die in Schabenreith passieren können, wie zB am Eis auszurutschen und ins nächste Pferdehäufchen zu fallen, aber egal, das Gewand ist eh Schabenreith-tauglich.
Entspannt hab ich mich später einige Minuten im Hasenstall, bevor der kleine Zwilling, eine Arthrose Patientin, ihre Medizin bekommen hat. Zumindest sie ist brav und möchte sich anschließend sogar noch streicheln lassen.

Fast jeden Tag finden Fahrten zur Tierärztin statt. Manchmal nur 5 Tiere, manchmal eine Tierrettung und einen PKW voller Tiere. Ein paar sind sehr entspannt und pflegeleicht, andere…nicht. Fühl dich ruhig angesprochen, Nougat! Und Maroni, ich dachte, du wärst eine Schmusekatze, kein Löwe. Der hübsche Truthahn, neben dem ich im Auto sitzen durfte, hatte immerhin ein gutes Benehmen.

Was leider auch manchmal dazugehört, ist das Einschläfern. Ursi und der Zwerg haben es schon oft geschafft, Tiere zu retten, die andere aufgegeben haben. Aber das geht leider nicht immer…
Während meiner Woche mussten Manfred, Luzifer und die kleine Picknick von uns gehen. Picknick war noch jung, war gemeinsam mit ihren Geschwistern als Baby nur draußen und litt unter viel Stress (stammt von unkastrierten Bauernkatzen), was besonders krankheitsanfällig macht (FIP). Luzifer, ein schöner, schwarzer Kater, der nie besonders offen für menschliche Zuwendungen war, hat sich beim Einschläferungstermin doch noch mit Kuscheln und Köpfchen stoßen von Doris verabschiedet und den Abschied dadurch sehr schwer gemacht. Manfred, das Kaninchen, hat noch am selben Tag Platz gemacht für einen Neuzugang.

Koks wurde spät am Abend hergebracht und weil das Geschlecht noch unklar war, erstmal in die Quarantäne gesetzt. Kurz darauf bekam sie dort einen Gefährten, Einstein, da Kaninchen gerne Artgenossen bei sich haben. Nach etwas Nervosität darüber, ob sich die beiden vertragen, hab ich sie am nächsten Tag beim Kuscheln ertappt. Fotografieren wollten sie sich dabei leider nicht lassen, das war ihnen dann doch zu peinlich. Kurze Zeit später, und nachdem feststand, dass Koks ein Mädchen ist, wurden die beiden gemeinsam mit der restlichen Hasenbande vergesellschaftet. Vorher noch mit Schnaps einschmieren, damit‘s keine Streitereien gibt und hat auch schon funktioniert. Koks treibt zwar gleich ihre Dominanz-Spielchen, aber keine ernsthaften Kämpfe.
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Am vorletzten Abend steh ich schließlich alleine im Stall, weil eine der Tierpflegerinnen schon zum Zug musste. Ich weiß ja schon, was ich machen muss, es fehlt ja nur noch das Schweine füttern, Hunde füttern, dem kleinen Zwilling die Medizin geben und Müll wegtragen. Letzteres ist schnell erledigt, weil sie so kooperativ ist. Ich komme aus dem Hasenstall heraus und anscheinend hat Johanna-Rosina, eine Schweinedame, am Boden schon etwas essbares gefunden, weil ich mir mit dem Essen zu viel Zeit lasse. Sichtbar genervt davon lässt sie mich gar nicht mehr vorbei, um alle Schweine in die Boxen zu sperren, wo sie dann das Essen bekommen. Jetzt muss ich tatsächlich über 2 Wände der Boxen springen, um an der genervten Dame vorbeizukommen. Später lassen sich alle aber nett in ihre Boxen bringen und genießen das Abendessen. Schweine sind eben zivilisierter als Hunde.
Einige der Hunde bekommen Medizin, manche größere, manche kleinere Essensportionen, manche müssen daher zum Essen in die Schleusen gesperrt werden, damit jede/r den richtigen Teller bekommt. Die Hundebande am Eingang ist wesentlich ungestümer, als die anderen Hundebewohner dort. Und im ganzen Lärm und Stress soll mensch sich auch noch merken, wer welchen Teller bekommt. Wie durch ein Wunder passiert das aber sogar ganz ohne Zwischenfälle. Fehlt nur noch das Einsammeln der quer durch den Hof verschleppten Teller….

Beim Animal Liberation Workshop in Linz hatte ich noch die Möglichkeit, das Tierparadies und meine Eindrücke davon, vorzustellen.  Zumindest einen sehr kleinen Ausschnitt davon. Die finanziellen Defizite zur Zeit sind beachtlich, auch alle Privatgelder werden reingesteckt, um die Versorgung aller Tiere zu garantieren. Ich bin sicher, es gibt wenige Menschen, die so aufopfernd sind, wie das Schabenreith Team!

https://www.tierparadies.at/

Es gibt auch Hühner, Enten, Schwäne (die sich langsam selbst auswildern), Kampfgänse, Nandus, Rehe, Hirsch Peter, Pferde, Hängebauchschweine, Meerschweinchen, Krähen, Tauben….aus zeitlichen Gründen konnte ich nicht alle einbringen bzw fotografieren.

Mehr Fotos hier: https://www.facebook.com/schabenreith/?pnref=story

 

1€ für Tierparadies Schabenreith

Das Tierparadies Schabenreith kümmert sich aufopfernd seit über 20 Jahren um kranke, verletzte, gequälte, ausgesetzte und ungewollte Tiere. Um das Leben von jedem einzelnen wurde gekämpft, viele überstanden ihre Not durch das engagierte Team in Schabenreith, manche leider nicht. Inzwischen gibt es in Schabenreith 450 gerettete Tiere, die teilweise schon sehr lange dort leben, teils gerade eingezogen sind. Natürlich gehört der Tod mit dazu, besonders, da es sich oft um schwer verletzte, kranke oder ungesund überzüchtete Tiere, wie zB Masthühner handelt. Das Schabenreith Team trauert um alle verstorbenen Tiere, aber es muss weitergehen, denn es gibt noch die Verantwortung für 450 andere Tiere, die ein schönes Leben haben wollen.

www.tierparadies.at

Im Moment herrscht wieder große finanzielle Not im Tierparadies – zwar ist das Geld immer knapp, doch zur Zeit könnte Schabenreith sogar die Schließung drohen. Durch den Ausfall einer Angestellten gibt es zudem noch mehr Arbeit, bei der auch Ehrenamtliche im Rahmen ihrer Möglichkeiten jetzt mithelfen.
Weil wir die tollen Menschen und auch die Tiere in Schabenreith kennen, helfen jetzt auch die VGT Gruppe in OÖ und viele Tierrechts-aktive mit. Die finanziellen Probleme sind aber noch lange nicht überwunden und Schabenreith braucht jede Unterstützung!

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1688656894757539&id=1587245624898667

Bei dem vergangenen VGT Infotisch in Linz wurde der Schwerpunkt auf das Tierparadies Schabenreith gelegt und ebenfalls eine Spendenbüchse aufgestellt, die anderen wollen wir noch in den Linzer Lokalen aufstellen.
Die Linzer Landstraße wimmelt vor Weihnachten von gedankenlosen Menschen, die in alle Richtungen rennen, meist mit großen Einkaufstaschen geschmückt und mit einem großen „KAUFEN“ auf ihre Stirn gebrannt. Man kann sehen, wie unsichtbar der Infotisch für alle ist, alle haben es eilig.  Aber ein junger Mann kommt zielstrebig auf uns zu uns spricht uns direkt darauf an, wofür die Spenden sind. Wir erklären es ihm und geben ihm zeigen ihm Informationsmaterial dazu. Er reift in seine Jackentasche und holt eine sehr dünn wirkende Geldtasche mit ein klein bisschen Kleingeld heraus. Er nimmt eine 1€ Münze und wirft sie in die Spendenbüchse und geht zu seinem Platz zurück. Es ist ein Kupfermuckn-Verkäufer – eine Zeitung die obdachlosen Menschen wieder auf die Beine helfen soll. Für ungefähr 2 Stunden nach Beginn des Infotisches liegt immer noch nur dieser 1€ in der Spendenbüchse, der von einem Menschen stammt, der selbst sehr wenig hat.

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Gatterjagd in Österreich aus dem Blickwinkel des Tier- und Naturschutzes

Tierschutzaffine Menschen haben den Begriff Gatterjagd, die manch einem wohl eher als Canned Hunting, wie beispielsweise in Südafrika bekannt vorkommt, oftmals schon gehört. Beim Canned Hunting werden sehr oft eingezäunte und dafür gezüchtete Tiere von zahlenden und oft angereisten Jagdgästen geschossen, um dann als Trophäe mitgenommen zu werden. Vier Pfoten setzt sich beispielsweise gegen diese unsportliche und grausame Touristenattraktion ein. Ein Fall, der weltweit bekannt wurde, drehte sich um einen Zahnarzt, der in seinem Urlaub einen beliebten Löwen schoss, was von einem großen Aufschrei tierlieber Menschen gefolgt wurde.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es Gatterjagd auch in Österreich gibt. Die Motivation dafür sind wie in Südafrika die zahlenden Jagdgäste, PolitikerInnen, Lobbyisten und andere vermögende Menschen. Die Gatterjagd wird nicht in allen Bundesländern ausgeübt, sondern nur im Burgenland, Niederösterreich, Wien und Salzburg – das liegt vor allem daran, dass Jagd Ländersache ist und daher jedes Bundesland ein eigenes Jagdgesetz hat.

Zuchtgatter gibt es in allen Bundesländern, wobei sich diese in Niederösterreich innerhalb von Jagdgattern befinden können. Auch das Aussetzen von gezüchtetem Federwild vor der Jagd ist in vielen Bundesländern erlaubt.
Zusätzlich gibt es auch eine Unterscheidung zwischen Jagdgattern und reinen Fleischgattern. Letztere gibt es auch in Bundesländern, in denen Gatterjagd nicht erlaubt ist und sie dienen zur Fleischversorgung, anders als die Tiere, die während einer Gatterjagd sterben. Durch den Stress, den sie durch die Jagd erleben, ist das Fleisch ohnehin unbrauchbar.

Während sowohl von Seiten des Tier- und Naturschutzes als auch von Seiten der Jäger gerne aus einem ökologischen Blickwinkel für bzw. gegen Jagd argumentiert wird, fällt es aus dieser Sicht wesentlich schwerer, pro  Gatterjagd und Jagd auf gezüchtete Tiere zu argumentieren – denn die Tiere leben eingezäunt und nur für die Jagd. Auf das Waldökosystem außerhalb haben diese Tiere keinen Einfluss. Da sie gefüttert werden, können sie erfolgreich viele Jungtiere großziehen und aufgrund ihrer großen Zahl können sie erheblichen Verbissschaden an Bäumen im eingezäunten Gebiet verursachen. Auch das Aussetzen von Vögeln zur Jagd dient weder einer Regulierung des Bestandes noch dem Schutz des Waldes, sondern rein zur Erhöhung des Jagderfolges.

Aus tierethischer Sicht allein ist die Gatterjagd zweifelsfrei abzulehnen – die während der Jagd gehetzten Tiere, versuchen panisch zu flüchten, können jedoch den Zaun nicht überwinden und rennen daher in Todesangst am Zaun hin und her oder springen dagegen und verletzen sich daran, wie vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) auch dokumentiert wurde.
Bei der Jagd auf ausgesetztes Federwild handelt es sich ebenso um eine sehr tierschutzfeindliche Praxis. Solange die Wachteln und Fasane sich noch in den Volieren befinden, bekommen sie Schnabelsperren, um sich nicht gegenseitig zu verletzen, wie es oft in einer Massentierhaltung passiert. Auch beim Freilassen der Tiere vor der Jagd werden diese Sperren oftmals nicht entfernt. Erst kürzlich wurde ein völlig orientierungsloser Zuchtfasan mit Schnabelsperre vom Wiener Tierschutz Verein (WTV) gerettet.

Betrachtet man die Gatterjagd aus Perspektive des Naturschutzes, ist sie ebenso fragwürdig. Dass der Verbiss an Bäumen durch die im Gatter in großer Zahl vorkommenden Tiere nicht das einzige Problem ist, zeigt das Beispiel eines Jagdgatters von Mayr-Melnhof, das sich inmitten der Antheringer Au, einem Natura 2000 Gebiet, befindet. Eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien werden von den Wildschweinen getötet und die teilweise seltenen Vogelarten durch den Jagdlärm gestört.

Seit etwa zwei Jahren gibt es eine intensive Kampagne gegen die Gatterjagd. Ein Großteil der bekannten Informationen über die Gatterjagd und das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd stammt aus der Recherchearbeit des VGT.

Erst wurden Jagdgatter in den betroffenen Bundesländern ausfindig gemacht, woraufhin die Gatterjagden und das Töten der kurz vor der Jagd ausgesetzten Fasane und Enten umfangreich dokumentiert und der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. Bei der Recherche fiel sogar auf, dass Tiere in manchen Gattern so sehr an den Menschen gewöhnen, dass sie bereits handzahm geworden sind, wie es vom VGT auch dokumentiert wurde, was die Jagd auf diese Tiere ebenfalls sehr fragwürdig macht. Anschließend häuften sich kritische und kreative Medienaktionen in Wien und anderen Bundesländern, verbunden mit regelmäßigen Infotischen und Demos, bei denen die Öffentlichkeit über die Gatterjagd aufgeklärt wurde.

Zu den medial auffälligeren Aktionen zählt beispielsweise ein Straßentheater, bei dem ein Jagdgatter mit Hochständen in den Landeshauptstädten aufgebaut wurde, in welchem als angeschossene Tiere verkleide AktivistInnen lagen und zwei weitere den Lobbyisten und Gatterjäger Alfons Mensdorff-Pouilly und Pröll darstellten. Bei einer anderen Aktion, den „Gatterjagdawards“ wurde dem Salzburger Gatterjäger Mayer-Melnhof ein steinernes Herz verliehen.

Aber nicht nur durch die vielen spektakulären Aktivitäten wurden Menschen auf die Gatterjagdkampagne aufmerksam, sondern auch durch Anzeigen, die es von beiden Seiten regnet. Nach der Medienaktion, in der Mayr-Melnhof symbolisch ein steinernes Herz verliehen wurde, klagte dieser den VGT – es solle verboten werden, dass der VGT Kritik an seiner Gatterjagd übt. Doch laut dem Urteil des Oberlandesgerichts, sind die VGT Aktionen legitim und dürfen weiterhin ausgeführt werden. Auch der Generalsekretär der Landesjagdverbände, der den VGT als Lügner darstellte und dem Verein vorwarf, ein falsches Bild über die Gatterjagd zu verbreiten, darf das laut Urteil nun nicht mehr behaupten.
Auch seitens VGT wurde beispielsweise mehrmals wegen Tierquälerei angeklagt, in einem Fall, bei dem eine Hetzjagd durch ein Gatter beobachtet wurde, wobei ein Reh in seiner Angst wiederholt gegen das Gatter sprang und sich dabei verletzte. Obwohl das laut österreichischem Tierschutzgesetz klar als Tierquälerei bezeichnet werden kann, war die Anzeige erfolglos. Auch eine Hetzjagd auf Wildschweine im Gatter, veranstaltet von Mayr-Melnhof, wurde aufgrund von Tierquälerei angezeigt, sowie das zu späte Aussetzen von Zuchtfasanen aus Mensdorff-Pouilly Volieren, das zudem auch ein Verstoß gegen das burgenländische Jagdgesetz war.

Dokumentation ist notwendig, um Menschen aufzuklären, ist aber für die JägerInnen unerwünscht.
Obwohl die Dokumentation legal von öffentlichen Wegen aus stattgefunden hat, kam es auch zu Übergriffen von Seiten der JägerInnen, die meistens verbal waren, wie beispielsweise eine Morddrohung, aber auch zu gefährlichen Situationen führen konnten. Vergangenen Winter schlug  knapp neben dem filmenden VGT Obmann ein Projektil ein, nachdem er von einem Jäger anvisiert worden war. Im Oktober 2016 musste so eine Tierschützerin durch mehrmalige Schläge auf den Kopf in ein Unfallkrankenhaus gebracht werden. Diese Arbeit ist also nicht immer unriskant, aber zum Aufklären der Gesellschaft notwendig.

Die diversen Tätigkeiten des VGT zum Thema Gatterjagd und der Jagd auf gezüchtete Tiere sind auch mit einer Petition zur Abschaffung der Gatterjagd in Österreich, ebenso wie die Abschaffung der Jagd auf eigens gezüchtete Tiere, verbunden. Diese kann bei allen aktuellen Aktionen des VGT, sowie online unterschrieben werden.

Online-Petition: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/petition.php

Weiterführende Informationen zur Kampagne: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/index.php

Störung der öffentlichen Ordnung

Nach dem das neue Staatsschutzgesetz aka Bespitzelungsgesetz entgegen der Einstellung der BürgerInnen umgesetzt wurde, folgt die Novelle des SPG, das die Ausübung unserer Demonstrationsfreiheit weiter erschweren könnte.

An der zu kurzen Begutachtungsfrist von nur 9 Arbeitstagen, die auch in der Stellungnahme der Universität Wien und der des Rechnungshofes stark kritisiert wurde, ist wieder erkennbar, dass Meinungsäußerung bei der Gesetzgebung unerwünscht ist. Wenn bestimmte BürgerInnenrechte von einer Gesetzesänderung betroffen sein könnten, will mensch offensichtlich den BürgernInnen nur wenig Zeit geben, zu überlegen und so wenig Aufmerksamkeit wie möglich darauf lenken.

Während die Gesetzesnovelle inhaltlich 3 Maßnahmen vorsieht, ist vor allem die Erweiterung der Möglichkeiten, gegen Personen vorzugehen, die eine „Störung der öffentlichen Ordnung“ begehen, sehr kritisch zu betrachten. Wer Verhalten in der Öffentlichkeit zeigt, das „geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen“, kann durch die Novelle nun mit bis zu 500€ Strafe rechnen. Davor musste mensch „besonders rücksichtsloses Verhalten“ an den Tag legen, um eine Verwaltungsübertretung zu begehen, doch jetzt reicht eine interpretations-offene, „Störung der öffentlichen Ordnung“. Wenn ein oder mehrere Menschen nach der Meinung der Beamten stören, können diese die Betroffenen von dem Ort wegweisen. Weder eine Straftat, noch eine Gefährdung für umstehende Menschen muss dabei gegeben sein, sondern allein die individuelle Definition einer Störung.

Gesetzestexte sind bekannter Weise oftmals durch schwammige Begrifflichkeiten oder für Nicht-JuristInnen sehr komplizierte Wortwahl und Semantik geprägt.

Auch die Novelle ist gezeichnet durch schwammige Begriffe, wie „berechtiges Ärgernis“: Durch die breite Interpretationsmöglichkeit kann jede Demonstration und Protestaktion dafür in Betracht gezogen werden. Was „berechtigt“ ist, soll am Gefühl eines Durchschnittsmenschen gemessen werden, doch auch das ist noch sehr weit auslegbar, da es auch von einem  Durchschnittsmenschen unterschiedliche Definitionen gibt. Es ist sehr fraglich, ob Ärgerniserregung derartig objektiv begründet werden kann, zumal ein Ärgernis subjektiv jeder in unterschiedlicher Weise empfindet. In der genaueren Erläuterung soll durch die Störung eine „Änderung des Ablaufs des äußeren  Zusammenlebens von Menschen in wahrnehmbarer Weise“ stattfinden. Aber ist das nicht, was Demonstrationen, die durch die Versammlungsfreiheit geschützt sein sollten, oft nach sich ziehen? Interessieren sich PassantInnen für ein Thema, wie beispielsweise TTIP, Tierschutz oder Selbstbestimmung und wollen sich informieren oder aber auch über das Thema vor Ort diskutieren, falls sie anderer Meinung sind, gilt das nicht als Änderung des äußeren Zusammenlebens? Auch die (gewaltfreie) Konfrontation mit anders denkenden sollte doch im Zuge der Ausübung der eigenen Meinungs- und Versammlungsfreiheit, möglich sein. Eine geringfügige oder auch größere Störung des alltäglichen Ablaufs einer Person, die eine Demonstration oder Protestaktion wahrnimmt, ist aus dieser Perspektive doch immer gegeben und soll es auch sein, damit Menschen zum Nachdenken und ethischem Handeln angeregt werden können.

Will mensch die Gesellschaft zum Umdenken anregen, wie zum Beispiel, das Mitgefühl für notleidende Menschen oder ausgebeutete Tiere wecken, weckt das allein schon „objektiv berechtigtes Ärgernis“, da es den Gewohnheiten einer großen Zahl an Menschen widerspricht?

Es gibt viele Organisationen und engagierte Einzelpersonen, die durch die Gesetzesnovelle betroffen sein könnten, weil es unter anderem auch anfällig ist für individuelle Interpretationen von Beamten, die dadurch gegen Aktivitäten für BürgerInnenrechte, Tierrechte, umweltbezogene Themen, soziale Themen und ähnliche vorgehen können. Solche Entwcklungen führen dazu, dass Menschen es weniger wagen, für ihre Rechte und die Rechte anderer einzustehen, da sie mit negativen, rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Es ist wichtig, sich dadurch nicht die Hoffnung rauben zu lassen und weiterhin die eigene Freiheit, solange sie vorhanden ist, zu nutzen, um sich für diese auch einzusetzen und ziviles Engagement zu zeigen.

Warum bist du vegan?

Bei einem netten Gespräch im Front Food kürzlich haben wir über die Motivation für Veganismus gesprochen, ein Thema, über das ich beim wöchentlichen Infotisch natürlich öfter mit aufgeschlossenen PassantInnen spreche, die vegan teilweise selbst schon kennen und oder ausprobieren.

Nicht jede/r hat die gleichen Gründe für eine Ernährungsumstellung – manche möchten die Umwelt und das Klima schützen, das durch die Massentierhaltung und deren direkten Konsequenzen stark gefährdet wird, andere lieg das Wohl und die Rechte der Tiere am Herzen, von denen die Mehrheit in schlechter, unnatürlicher Haltung unter ständigem Stress und Depression leidet, wieder andere wollen auf ihre Gesundheit achten. All das sind gute Gründe und bei vielen mir bekannten Menschen spielen alle Gründe bei der Entscheidung mit, da es ja auch Zusammenhänge dazwischen gibt.

Es gibt durch die steigende Nachfrage und Interesse an dem Thema auch eine steigende Anzahl an veganen Produkten, auch in „normalen“ Supermärkten. Es gibt tatsächlich einen großen Trend in Richtung Veganismus. Worauf mensch aber achten muss, ist, dass dieser auch aufrecht erhalten werden soll, da Trends alleine dazu neigen, nach einer Weile zurückzugehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Veganismus-Gedanken mit Tierrechtstätigkeit und Umweltschutzbewusstsein zu stützen, um die Offenheit und Bereitschaft für vegane Ernährung zu stärken.

Reine Gesundheits-Veganer, oder wie sie von manchen kritischen Menschen auch genannt werden „Trend-Veganer“ oder „Yoga-Veganer“, sind nicht zwingend egoistisch handelnde Menschen, nur weil Gesundheit ihnen am Herzen liegt. Doch die eigene Gesundheit ist jedem selbst überlassen, dabei hat mensch keine Verantwortung gegenüber irgendwem anderen außer sich selbst.

Den Tieren ist es selbstverständlich egal, welchen Grund ein Mensch hat, keinen Auftrag zu geben, sie zu töten oder zu quälen. Von Beispielen aus Bekanntenkreisen, sehe ich aber immer wieder, dass Menschen, die prinzipiell gerne gesund leben wollen (und sich daher pflanzlich ernähren), von dem Lifestyle aber auch gerne einmal Pausen einnehmen wollen oder sich irgendwann ganz davon trennen – denn es gibt ja sonst keinen Grund, der sie zu einer veganen Lebensweise motivieren sollte.

Von gesundheitlicher Perspektive ist es sogar möglich mit geringen Mengen an Tierprodukten ausgewogen zu leben. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass Veganismus in irgendeiner Weise ungesund wäre – ganz im Gegenteil! Der Mensch kommt ohne Tierprodukte sehr gut zurecht, im Alltag sowie bei sportlichen Höchstleistungen, trotz unserer evolutionär erworbenen Fähigkeit, uns omnivor zu ernähren. Ich würde niemandem, der/die sich aus gesundheitlichen Gründen für Veganismus interessiert, sagen, „Du liegst falsch“, aber ich möchte in solchen Fällen auch daran erinnern, welche positiven Auswirkungen Veganismus auf unsere Mitlebewesen und Mitwelt hat, damit die Motivation länger (immer) erhalten bleibt.
Gesundheit ist kein ausreichendes Argument für Veganismus, aber die Rechte der Tiere, Schutz gefährdeter Wildtierarten, sowie Umwelt- und Klimaschutz sind es.

Animal Liberation Workshop 2017

Mein Eindruck, den ich vom Aktivismus beispielsweise im Tier- und Menschenrechtsbereich gewonnen habe, zeigt, dass dessen Effektivität oft stark von der Vernetzung zwischen einzelnen Vereinen/Gruppierungen und auch Themenbereichen abhängt, wie ich auch in einem vergangenen Blogeintrag erwähnt habe: https://annahajakygeisler.wordpress.com/2016/04/16/solidaritat-zwischen-vereinen/

Ohne Zusammenarbeit bleiben wir auf vereinzelte kleine Grüppchen aufgeteilt, aber durch die Vernetzung untereinander kann nicht nur die Anzahl an AktivistInnen gesteigert, sondern auch der Ideenpool erweitert werden.

Ich bin daher auch sehr dankbar, dass ich für das Fair Planet in Linz (www.fairplanet.at) im Vorstand mitwirken darf, denn dabei kriegt mensch noch mehr Einblicke, in die verschiedenen Initiativen und kreativen Möglichkeiten, die mensch für Tiere, Menschen und Umwelt nutzen kann. Das Fest steht im Zeichen der Vernetzung und wird hoffentlich noch viele Jahre an Engagement feiern.

Auch der nächste Animal Liberation Workshop in Linz soll viel vernetzter sein als bisher. Der Verein gegen Tierfabriken, bei dem ich seit 3 Jahren arbeite und die Aktionen in Linz organisiere und koordiniere, ist in Linz ein kleines, aber sehr treues und aktives Grüppchen. Deshalb versuchen auch wir oft mit anderen Vereinen zusammenzuarbeiten. Eine große Unterstützung dabei war beispielsweise der Verein RespekTiere aus Salzburg, die selbst großartige Tierschutz- und Tierrechtsarbeit leisten. Auch RespekTiere wird beim ALW 2017 dabei sein. Zudem werden auch 2 Vereine aus Rumänien vertreten, Schabenreith wollen wir einladen, sowie die Tierfreunde Oberösterreich. Das Programm soll deshalb neben der VGT Arbeit auch die der anderen Vereine beinhalten und bei einem Workshop auch Gemeinsamkeiten hervorheben und mögliche Kampagnen, die mensch gemeinsam angehen kann andenken. Auch die gegenseitige Unterstützung soll allgemein und bei einzelnen Projekten gestärkt werden. Zudem soll es für die beteiligten Organisationen dabei je einen Infotisch geben, wo Infomaterial u.ä. aufgelegt werden kann.

Wir wünschen uns einen aufschlussreichen und motivierenden Animal Liberation Workshop und hoffen, dass noch viele weitere erfolgreiche Aktionen stattfinden werden, wir gemeinsame Ziele ansteuern und gemeinsame Erfolge feiern können!

Ökologische Pflegeeinsätze

Kürzlich (im September – also eigentlich schon länger her) hatte ich die Gelegenheit, bei einem Pflegeeinsatz vom Naturschutzbund Niederösterreich an der Thermenlinie mitzuwirken. Vom Naturschutzbund aufgekaufte Flächen, die beispielsweise früher zum Weinanbau genutzt wurden oder auch beweidet werden, müssen auch gepflegt werden, um diese zu erhalten.
Nach der Nutzung sind die ehemaligen Weingärten verbracht und konnten teilweise geschützte, angepasste Tier- und Pflanzenarten beherbergen, die sich erst durch die Nutzung ansiedeln konnten. Es klingt daher auch sinnvoll, die betroffenen Flächen nach der Nutzung weiterhin zu pflegen, um ansonsten vom Verschwinden bedrohte Arten zu erhalten, oder?

Die Antwort hängt auch vom jeweiligen Blickwinkel ab – Klimaschutz, Artenschutz, Tierschutz…

Da der CO2 Ausstoß unserer Gesellschaft größten Teils aufgrund von Massentierhaltung, Abbau fossiler Brennstoffe und Industrie ständig steigt, kommt der Erhaltung der CO2 Speicher unserer Umwelt immer wichtigere Bedeutung zu – die Wälder. Je nach Baumarten und Waldtyp sind Wälder in der Lage große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Ohne Wälder wäre die CO2 Konzentration in der Atmosphäre um ein Vielfaches höher.

Aufgrund dessen stellte sich mir während der Arbeit die Frage, ob es nicht aus diesem Grund sinnvoller wäre, die gekauften Pflegeflächen in ihren ursprünglichen Zustand als Wald zurückkehren zu lassen und die natürliche Sukzession nicht mehr zu unterbrechen.

Es stimmt, wir müssen Verantwortung gegenüber dem Klimawandel übernehmen. Doch selbst wenn wir einige Flächen verwalden ließen, wäre das Problem Klimawandel dadurch noch nicht beseitigt. Die Belastung für Klima und Umwelt durch die oben genannten Faktoren wären nach wie vor gegeben, solange mensch das Problem nicht an der Wurzel packt. Es ist sehr fraglich, ob ein bisschen mehr Wald dem steigenden CO2 Ausstoß entgegenwirken kann. Zudem ist CO2 nicht das einzige durch Menschen verursachte Klimagas, hinzu kommen auch beispielsweise Methan und Lachgas, die eine Erwärmung des Klimas fördern und durch einen „positive feedback loop“ durch die Erwärmung in einer noch größeren Freisetzung der Klimagase resultiert, die wiederum die Erwärmung fördern.

Die Verantwortung gegenüber unseren Mitlebewesen und Mitwelt ist aber neben jener über die Erderwärmung ebenfalls vorhanden. Aufgrund der Nutzung durch den Menschen konnten sich viele Arten erst in den Flächen richtig etablieren und ausbreiten. Aus dem Blickwinkel des Artenschutzes wäre es also verantwortungslos, alle Flächen sich plötzlich wieder selbst zu überlassen. Beispielsweise könnten viele Heuschrecken- und Tagfalterarten so gänzlich verschwinden. Auch die stark gefährdeten Ziesel hätten an manchen Standorten keine Chance sich zu erhalten, gäbe es dort gar keine Pflegemaßnahmen mehr.

Die ökologischen Störungen, die durch die Pflege der Flächen aber zustande kommen, dienen dem Erhalt der Artenpopulation dort.

Die Arten würden durch ein Unterlassen der Pflegemaßnahmen selbstverständlich nicht auf brutale Weise ausgerottet, so wie das bei Regenwaldrodungen für den Anbau von Tierfutter oder durch den kommerziellen Fischfang der Fall ist, sondern würden nur langsam verschwinden, da sich der Lebensraum langsam verändern würde. Insofern wäre es aus der Sicht des Tierschutzes nicht unethisch, die Pflege nicht fortzusetzen.

Auch Ästhetische Ansprüche und der Erholungswert sind für die meisten Menschen wichtig, die die vielfältige Landschaft, in diesem Fall sekundären Lebensraum, genießen möchten und Zeit in der Natur verbringen wollen. Und als Bewusstseinsbildung für die Verantwortung, die wir haben, ist auch das ein Grund, weshalb Pflegeeinsätze sinnvoll sein können. Dabei können diese Ansprüche natürlich sehr stark individuell variieren; ich persönlich bevorzuge ursprüngliche oder zumindest sehr naturnahe, weite Wälder stark vor Kulturlandschaft. Gerade deshalb ist es wichtig, nicht allein nach dem eigenen Interesse zu entscheiden, sondern das der Gesellschaft, Umwelt und das der Tiere miteinzubeziehen.

Zusammengefasst gibt es bei Erhaltungsmaßnahmen, aber sicher auch bei ökologischen Restaurierungs-Maßnahmen immer verschiedene Perspektiven, die zu bedenken sind und die zu der ökologisch sinnvollsten und ethisch vertretbarsten Lösung führen sollen.