1€ für Tierparadies Schabenreith

Das Tierparadies Schabenreith kümmert sich aufopfernd seit über 20 Jahren um kranke, verletzte, gequälte, ausgesetzte und ungewollte Tiere. Um das Leben von jedem einzelnen wurde gekämpft, viele überstanden ihre Not durch das engagierte Team in Schabenreith, manche leider nicht. Inzwischen gibt es in Schabenreith 450 gerettete Tiere, die teilweise schon sehr lange dort leben, teils gerade eingezogen sind. Natürlich gehört der Tod mit dazu, besonders, da es sich oft um schwer verletzte, kranke oder ungesund überzüchtete Tiere, wie zB Masthühner handelt. Das Schabenreith Team trauert um alle verstorbenen Tiere, aber es muss weitergehen, denn es gibt noch die Verantwortung für 450 andere Tiere, die ein schönes Leben haben wollen.

www.tierparadies.at

Im Moment herrscht wieder große finanzielle Not im Tierparadies – zwar ist das Geld immer knapp, doch zur Zeit könnte Schabenreith sogar die Schließung drohen. Durch den Ausfall einer Angestellten gibt es zudem noch mehr Arbeit, bei der auch Ehrenamtliche im Rahmen ihrer Möglichkeiten jetzt mithelfen.
Weil wir die tollen Menschen und auch die Tiere in Schabenreith kennen, helfen jetzt auch die VGT Gruppe in OÖ und viele Tierrechts-aktive mit. Die finanziellen Probleme sind aber noch lange nicht überwunden und Schabenreith braucht jede Unterstützung!

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1688656894757539&id=1587245624898667

Bei dem vergangenen VGT Infotisch in Linz wurde der Schwerpunkt auf das Tierparadies Schabenreith gelegt und ebenfalls eine Spendenbüchse aufgestellt, die anderen wollen wir noch in den Linzer Lokalen aufstellen.
Die Linzer Landstraße wimmelt vor Weihnachten von gedankenlosen Menschen, die in alle Richtungen rennen, meist mit großen Einkaufstaschen geschmückt und mit einem großen „KAUFEN“ auf ihre Stirn gebrannt. Man kann sehen, wie unsichtbar der Infotisch für alle ist, alle haben es eilig.  Aber ein junger Mann kommt zielstrebig auf uns zu uns spricht uns direkt darauf an, wofür die Spenden sind. Wir erklären es ihm und geben ihm zeigen ihm Informationsmaterial dazu. Er reift in seine Jackentasche und holt eine sehr dünn wirkende Geldtasche mit ein klein bisschen Kleingeld heraus. Er nimmt eine 1€ Münze und wirft sie in die Spendenbüchse und geht zu seinem Platz zurück. Es ist ein Kupfermuckn-Verkäufer – eine Zeitung die obdachlosen Menschen wieder auf die Beine helfen soll. Für ungefähr 2 Stunden nach Beginn des Infotisches liegt immer noch nur dieser 1€ in der Spendenbüchse, der von einem Menschen stammt, der selbst sehr wenig hat.

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Gatterjagd in Österreich aus dem Blickwinkel des Tier- und Naturschutzes

Tierschutzaffine Menschen haben den Begriff Gatterjagd, die manch einem wohl eher als Canned Hunting, wie beispielsweise in Südafrika bekannt vorkommt, oftmals schon gehört. Beim Canned Hunting werden sehr oft eingezäunte und dafür gezüchtete Tiere von zahlenden und oft angereisten Jagdgästen geschossen, um dann als Trophäe mitgenommen zu werden. Vier Pfoten setzt sich beispielsweise gegen diese unsportliche und grausame Touristenattraktion ein. Ein Fall, der weltweit bekannt wurde, drehte sich um einen Zahnarzt, der in seinem Urlaub einen beliebten Löwen schoss, was von einem großen Aufschrei tierlieber Menschen gefolgt wurde.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es Gatterjagd auch in Österreich gibt. Die Motivation dafür sind wie in Südafrika die zahlenden Jagdgäste, PolitikerInnen, Lobbyisten und andere vermögende Menschen. Die Gatterjagd wird nicht in allen Bundesländern ausgeübt, sondern nur im Burgenland, Niederösterreich, Wien und Salzburg – das liegt vor allem daran, dass Jagd Ländersache ist und daher jedes Bundesland ein eigenes Jagdgesetz hat.

Zuchtgatter gibt es in allen Bundesländern, wobei sich diese in Niederösterreich innerhalb von Jagdgattern befinden können. Auch das Aussetzen von gezüchtetem Federwild vor der Jagd ist in vielen Bundesländern erlaubt.
Zusätzlich gibt es auch eine Unterscheidung zwischen Jagdgattern und reinen Fleischgattern. Letztere gibt es auch in Bundesländern, in denen Gatterjagd nicht erlaubt ist und sie dienen zur Fleischversorgung, anders als die Tiere, die während einer Gatterjagd sterben. Durch den Stress, den sie durch die Jagd erleben, ist das Fleisch ohnehin unbrauchbar.

Während sowohl von Seiten des Tier- und Naturschutzes als auch von Seiten der Jäger gerne aus einem ökologischen Blickwinkel für bzw. gegen Jagd argumentiert wird, fällt es aus dieser Sicht wesentlich schwerer, pro  Gatterjagd und Jagd auf gezüchtete Tiere zu argumentieren – denn die Tiere leben eingezäunt und nur für die Jagd. Auf das Waldökosystem außerhalb haben diese Tiere keinen Einfluss. Da sie gefüttert werden, können sie erfolgreich viele Jungtiere großziehen und aufgrund ihrer großen Zahl können sie erheblichen Verbissschaden an Bäumen im eingezäunten Gebiet verursachen. Auch das Aussetzen von Vögeln zur Jagd dient weder einer Regulierung des Bestandes noch dem Schutz des Waldes, sondern rein zur Erhöhung des Jagderfolges.

Aus tierethischer Sicht allein ist die Gatterjagd zweifelsfrei abzulehnen – die während der Jagd gehetzten Tiere, versuchen panisch zu flüchten, können jedoch den Zaun nicht überwinden und rennen daher in Todesangst am Zaun hin und her oder springen dagegen und verletzen sich daran, wie vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) auch dokumentiert wurde.
Bei der Jagd auf ausgesetztes Federwild handelt es sich ebenso um eine sehr tierschutzfeindliche Praxis. Solange die Wachteln und Fasane sich noch in den Volieren befinden, bekommen sie Schnabelsperren, um sich nicht gegenseitig zu verletzen, wie es oft in einer Massentierhaltung passiert. Auch beim Freilassen der Tiere vor der Jagd werden diese Sperren oftmals nicht entfernt. Erst kürzlich wurde ein völlig orientierungsloser Zuchtfasan mit Schnabelsperre vom Wiener Tierschutz Verein (WTV) gerettet.

Betrachtet man die Gatterjagd aus Perspektive des Naturschutzes, ist sie ebenso fragwürdig. Dass der Verbiss an Bäumen durch die im Gatter in großer Zahl vorkommenden Tiere nicht das einzige Problem ist, zeigt das Beispiel eines Jagdgatters von Mayr-Melnhof, das sich inmitten der Antheringer Au, einem Natura 2000 Gebiet, befindet. Eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien werden von den Wildschweinen getötet und die teilweise seltenen Vogelarten durch den Jagdlärm gestört.

Seit etwa zwei Jahren gibt es eine intensive Kampagne gegen die Gatterjagd. Ein Großteil der bekannten Informationen über die Gatterjagd und das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd stammt aus der Recherchearbeit des VGT.

Erst wurden Jagdgatter in den betroffenen Bundesländern ausfindig gemacht, woraufhin die Gatterjagden und das Töten der kurz vor der Jagd ausgesetzten Fasane und Enten umfangreich dokumentiert und der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. Bei der Recherche fiel sogar auf, dass Tiere in manchen Gattern so sehr an den Menschen gewöhnen, dass sie bereits handzahm geworden sind, wie es vom VGT auch dokumentiert wurde, was die Jagd auf diese Tiere ebenfalls sehr fragwürdig macht. Anschließend häuften sich kritische und kreative Medienaktionen in Wien und anderen Bundesländern, verbunden mit regelmäßigen Infotischen und Demos, bei denen die Öffentlichkeit über die Gatterjagd aufgeklärt wurde.

Zu den medial auffälligeren Aktionen zählt beispielsweise ein Straßentheater, bei dem ein Jagdgatter mit Hochständen in den Landeshauptstädten aufgebaut wurde, in welchem als angeschossene Tiere verkleide AktivistInnen lagen und zwei weitere den Lobbyisten und Gatterjäger Alfons Mensdorff-Pouilly und Pröll darstellten. Bei einer anderen Aktion, den „Gatterjagdawards“ wurde dem Salzburger Gatterjäger Mayer-Melnhof ein steinernes Herz verliehen.

Aber nicht nur durch die vielen spektakulären Aktivitäten wurden Menschen auf die Gatterjagdkampagne aufmerksam, sondern auch durch Anzeigen, die es von beiden Seiten regnet. Nach der Medienaktion, in der Mayr-Melnhof symbolisch ein steinernes Herz verliehen wurde, klagte dieser den VGT – es solle verboten werden, dass der VGT Kritik an seiner Gatterjagd übt. Doch laut dem Urteil des Oberlandesgerichts, sind die VGT Aktionen legitim und dürfen weiterhin ausgeführt werden. Auch der Generalsekretär der Landesjagdverbände, der den VGT als Lügner darstellte und dem Verein vorwarf, ein falsches Bild über die Gatterjagd zu verbreiten, darf das laut Urteil nun nicht mehr behaupten.
Auch seitens VGT wurde beispielsweise mehrmals wegen Tierquälerei angeklagt, in einem Fall, bei dem eine Hetzjagd durch ein Gatter beobachtet wurde, wobei ein Reh in seiner Angst wiederholt gegen das Gatter sprang und sich dabei verletzte. Obwohl das laut österreichischem Tierschutzgesetz klar als Tierquälerei bezeichnet werden kann, war die Anzeige erfolglos. Auch eine Hetzjagd auf Wildschweine im Gatter, veranstaltet von Mayr-Melnhof, wurde aufgrund von Tierquälerei angezeigt, sowie das zu späte Aussetzen von Zuchtfasanen aus Mensdorff-Pouilly Volieren, das zudem auch ein Verstoß gegen das burgenländische Jagdgesetz war.

Dokumentation ist notwendig, um Menschen aufzuklären, ist aber für die JägerInnen unerwünscht.
Obwohl die Dokumentation legal von öffentlichen Wegen aus stattgefunden hat, kam es auch zu Übergriffen von Seiten der JägerInnen, die meistens verbal waren, wie beispielsweise eine Morddrohung, aber auch zu gefährlichen Situationen führen konnten. Vergangenen Winter schlug  knapp neben dem filmenden VGT Obmann ein Projektil ein, nachdem er von einem Jäger anvisiert worden war. Im Oktober 2016 musste so eine Tierschützerin durch mehrmalige Schläge auf den Kopf in ein Unfallkrankenhaus gebracht werden. Diese Arbeit ist also nicht immer unriskant, aber zum Aufklären der Gesellschaft notwendig.

Die diversen Tätigkeiten des VGT zum Thema Gatterjagd und der Jagd auf gezüchtete Tiere sind auch mit einer Petition zur Abschaffung der Gatterjagd in Österreich, ebenso wie die Abschaffung der Jagd auf eigens gezüchtete Tiere, verbunden. Diese kann bei allen aktuellen Aktionen des VGT, sowie online unterschrieben werden.

Online-Petition: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/petition.php

Weiterführende Informationen zur Kampagne: http://vgt.at/actionalert/gatterjagd/index.php

Störung der öffentlichen Ordnung

Nach dem das neue Staatsschutzgesetz aka Bespitzelungsgesetz entgegen der Einstellung der BürgerInnen umgesetzt wurde, folgt die Novelle des SPG, das die Ausübung unserer Demonstrationsfreiheit weiter erschweren könnte.

An der zu kurzen Begutachtungsfrist von nur 9 Arbeitstagen, die auch in der Stellungnahme der Universität Wien und der des Rechnungshofes stark kritisiert wurde, ist wieder erkennbar, dass Meinungsäußerung bei der Gesetzgebung unerwünscht ist. Wenn bestimmte BürgerInnenrechte von einer Gesetzesänderung betroffen sein könnten, will mensch offensichtlich den BürgernInnen nur wenig Zeit geben, zu überlegen und so wenig Aufmerksamkeit wie möglich darauf lenken.

Während die Gesetzesnovelle inhaltlich 3 Maßnahmen vorsieht, ist vor allem die Erweiterung der Möglichkeiten, gegen Personen vorzugehen, die eine „Störung der öffentlichen Ordnung“ begehen, sehr kritisch zu betrachten. Wer Verhalten in der Öffentlichkeit zeigt, das „geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen“, kann durch die Novelle nun mit bis zu 500€ Strafe rechnen. Davor musste mensch „besonders rücksichtsloses Verhalten“ an den Tag legen, um eine Verwaltungsübertretung zu begehen, doch jetzt reicht eine interpretations-offene, „Störung der öffentlichen Ordnung“. Wenn ein oder mehrere Menschen nach der Meinung der Beamten stören, können diese die Betroffenen von dem Ort wegweisen. Weder eine Straftat, noch eine Gefährdung für umstehende Menschen muss dabei gegeben sein, sondern allein die individuelle Definition einer Störung.

Gesetzestexte sind bekannter Weise oftmals durch schwammige Begrifflichkeiten oder für Nicht-JuristInnen sehr komplizierte Wortwahl und Semantik geprägt.

Auch die Novelle ist gezeichnet durch schwammige Begriffe, wie „berechtiges Ärgernis“: Durch die breite Interpretationsmöglichkeit kann jede Demonstration und Protestaktion dafür in Betracht gezogen werden. Was „berechtigt“ ist, soll am Gefühl eines Durchschnittsmenschen gemessen werden, doch auch das ist noch sehr weit auslegbar, da es auch von einem  Durchschnittsmenschen unterschiedliche Definitionen gibt. Es ist sehr fraglich, ob Ärgerniserregung derartig objektiv begründet werden kann, zumal ein Ärgernis subjektiv jeder in unterschiedlicher Weise empfindet. In der genaueren Erläuterung soll durch die Störung eine „Änderung des Ablaufs des äußeren  Zusammenlebens von Menschen in wahrnehmbarer Weise“ stattfinden. Aber ist das nicht, was Demonstrationen, die durch die Versammlungsfreiheit geschützt sein sollten, oft nach sich ziehen? Interessieren sich PassantInnen für ein Thema, wie beispielsweise TTIP, Tierschutz oder Selbstbestimmung und wollen sich informieren oder aber auch über das Thema vor Ort diskutieren, falls sie anderer Meinung sind, gilt das nicht als Änderung des äußeren Zusammenlebens? Auch die (gewaltfreie) Konfrontation mit anders denkenden sollte doch im Zuge der Ausübung der eigenen Meinungs- und Versammlungsfreiheit, möglich sein. Eine geringfügige oder auch größere Störung des alltäglichen Ablaufs einer Person, die eine Demonstration oder Protestaktion wahrnimmt, ist aus dieser Perspektive doch immer gegeben und soll es auch sein, damit Menschen zum Nachdenken und ethischem Handeln angeregt werden können.

Will mensch die Gesellschaft zum Umdenken anregen, wie zum Beispiel, das Mitgefühl für notleidende Menschen oder ausgebeutete Tiere wecken, weckt das allein schon „objektiv berechtigtes Ärgernis“, da es den Gewohnheiten einer großen Zahl an Menschen widerspricht?

Es gibt viele Organisationen und engagierte Einzelpersonen, die durch die Gesetzesnovelle betroffen sein könnten, weil es unter anderem auch anfällig ist für individuelle Interpretationen von Beamten, die dadurch gegen Aktivitäten für BürgerInnenrechte, Tierrechte, umweltbezogene Themen, soziale Themen und ähnliche vorgehen können. Solche Entwcklungen führen dazu, dass Menschen es weniger wagen, für ihre Rechte und die Rechte anderer einzustehen, da sie mit negativen, rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Es ist wichtig, sich dadurch nicht die Hoffnung rauben zu lassen und weiterhin die eigene Freiheit, solange sie vorhanden ist, zu nutzen, um sich für diese auch einzusetzen und ziviles Engagement zu zeigen.

Warum bist du vegan?

Bei einem netten Gespräch im Front Food kürzlich haben wir über die Motivation für Veganismus gesprochen, ein Thema, über das ich beim wöchentlichen Infotisch natürlich öfter mit aufgeschlossenen PassantInnen spreche, die vegan teilweise selbst schon kennen und oder ausprobieren.

Nicht jede/r hat die gleichen Gründe für eine Ernährungsumstellung – manche möchten die Umwelt und das Klima schützen, das durch die Massentierhaltung und deren direkten Konsequenzen stark gefährdet wird, andere lieg das Wohl und die Rechte der Tiere am Herzen, von denen die Mehrheit in schlechter, unnatürlicher Haltung unter ständigem Stress und Depression leidet, wieder andere wollen auf ihre Gesundheit achten. All das sind gute Gründe und bei vielen mir bekannten Menschen spielen alle Gründe bei der Entscheidung mit, da es ja auch Zusammenhänge dazwischen gibt.

Es gibt durch die steigende Nachfrage und Interesse an dem Thema auch eine steigende Anzahl an veganen Produkten, auch in „normalen“ Supermärkten. Es gibt tatsächlich einen großen Trend in Richtung Veganismus. Worauf mensch aber achten muss, ist, dass dieser auch aufrecht erhalten werden soll, da Trends alleine dazu neigen, nach einer Weile zurückzugehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Veganismus-Gedanken mit Tierrechtstätigkeit und Umweltschutzbewusstsein zu stützen, um die Offenheit und Bereitschaft für vegane Ernährung zu stärken.

Reine Gesundheits-Veganer, oder wie sie von manchen kritischen Menschen auch genannt werden „Trend-Veganer“ oder „Yoga-Veganer“, sind nicht zwingend egoistisch handelnde Menschen, nur weil Gesundheit ihnen am Herzen liegt. Doch die eigene Gesundheit ist jedem selbst überlassen, dabei hat mensch keine Verantwortung gegenüber irgendwem anderen außer sich selbst.

Den Tieren ist es selbstverständlich egal, welchen Grund ein Mensch hat, keinen Auftrag zu geben, sie zu töten oder zu quälen. Von Beispielen aus Bekanntenkreisen, sehe ich aber immer wieder, dass Menschen, die prinzipiell gerne gesund leben wollen (und sich daher pflanzlich ernähren), von dem Lifestyle aber auch gerne einmal Pausen einnehmen wollen oder sich irgendwann ganz davon trennen – denn es gibt ja sonst keinen Grund, der sie zu einer veganen Lebensweise motivieren sollte.

Von gesundheitlicher Perspektive ist es sogar möglich mit geringen Mengen an Tierprodukten ausgewogen zu leben. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass Veganismus in irgendeiner Weise ungesund wäre – ganz im Gegenteil! Der Mensch kommt ohne Tierprodukte sehr gut zurecht, im Alltag sowie bei sportlichen Höchstleistungen, trotz unserer evolutionär erworbenen Fähigkeit, uns omnivor zu ernähren. Ich würde niemandem, der/die sich aus gesundheitlichen Gründen für Veganismus interessiert, sagen, „Du liegst falsch“, aber ich möchte in solchen Fällen auch daran erinnern, welche positiven Auswirkungen Veganismus auf unsere Mitlebewesen und Mitwelt hat, damit die Motivation länger (immer) erhalten bleibt.
Gesundheit ist kein ausreichendes Argument für Veganismus, aber die Rechte der Tiere, Schutz gefährdeter Wildtierarten, sowie Umwelt- und Klimaschutz sind es.

Animal Liberation Workshop 2017

Mein Eindruck, den ich vom Aktivismus beispielsweise im Tier- und Menschenrechtsbereich gewonnen habe, zeigt, dass dessen Effektivität oft stark von der Vernetzung zwischen einzelnen Vereinen/Gruppierungen und auch Themenbereichen abhängt, wie ich auch in einem vergangenen Blogeintrag erwähnt habe: https://annahajakygeisler.wordpress.com/2016/04/16/solidaritat-zwischen-vereinen/

Ohne Zusammenarbeit bleiben wir auf vereinzelte kleine Grüppchen aufgeteilt, aber durch die Vernetzung untereinander kann nicht nur die Anzahl an AktivistInnen gesteigert, sondern auch der Ideenpool erweitert werden.

Ich bin daher auch sehr dankbar, dass ich für das Fair Planet in Linz (www.fairplanet.at) im Vorstand mitwirken darf, denn dabei kriegt mensch noch mehr Einblicke, in die verschiedenen Initiativen und kreativen Möglichkeiten, die mensch für Tiere, Menschen und Umwelt nutzen kann. Das Fest steht im Zeichen der Vernetzung und wird hoffentlich noch viele Jahre an Engagement feiern.

Auch der nächste Animal Liberation Workshop in Linz soll viel vernetzter sein als bisher. Der Verein gegen Tierfabriken, bei dem ich seit 3 Jahren arbeite und die Aktionen in Linz organisiere und koordiniere, ist in Linz ein kleines, aber sehr treues und aktives Grüppchen. Deshalb versuchen auch wir oft mit anderen Vereinen zusammenzuarbeiten. Eine große Unterstützung dabei war beispielsweise der Verein RespekTiere aus Salzburg, die selbst großartige Tierschutz- und Tierrechtsarbeit leisten. Auch RespekTiere wird beim ALW 2017 dabei sein. Zudem werden auch 2 Vereine aus Rumänien vertreten, Schabenreith wollen wir einladen, sowie die Tierfreunde Oberösterreich. Das Programm soll deshalb neben der VGT Arbeit auch die der anderen Vereine beinhalten und bei einem Workshop auch Gemeinsamkeiten hervorheben und mögliche Kampagnen, die mensch gemeinsam angehen kann andenken. Auch die gegenseitige Unterstützung soll allgemein und bei einzelnen Projekten gestärkt werden. Zudem soll es für die beteiligten Organisationen dabei je einen Infotisch geben, wo Infomaterial u.ä. aufgelegt werden kann.

Wir wünschen uns einen aufschlussreichen und motivierenden Animal Liberation Workshop und hoffen, dass noch viele weitere erfolgreiche Aktionen stattfinden werden, wir gemeinsame Ziele ansteuern und gemeinsame Erfolge feiern können!

Ökologische Pflegeeinsätze

Kürzlich (im September – also eigentlich schon länger her) hatte ich die Gelegenheit, bei einem Pflegeeinsatz vom Naturschutzbund Niederösterreich an der Thermenlinie mitzuwirken. Vom Naturschutzbund aufgekaufte Flächen, die beispielsweise früher zum Weinanbau genutzt wurden oder auch beweidet werden, müssen auch gepflegt werden, um diese zu erhalten.
Nach der Nutzung sind die ehemaligen Weingärten verbracht und konnten teilweise geschützte, angepasste Tier- und Pflanzenarten beherbergen, die sich erst durch die Nutzung ansiedeln konnten. Es klingt daher auch sinnvoll, die betroffenen Flächen nach der Nutzung weiterhin zu pflegen, um ansonsten vom Verschwinden bedrohte Arten zu erhalten, oder?

Die Antwort hängt auch vom jeweiligen Blickwinkel ab – Klimaschutz, Artenschutz, Tierschutz…

Da der CO2 Ausstoß unserer Gesellschaft größten Teils aufgrund von Massentierhaltung, Abbau fossiler Brennstoffe und Industrie ständig steigt, kommt der Erhaltung der CO2 Speicher unserer Umwelt immer wichtigere Bedeutung zu – die Wälder. Je nach Baumarten und Waldtyp sind Wälder in der Lage große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Ohne Wälder wäre die CO2 Konzentration in der Atmosphäre um ein Vielfaches höher.

Aufgrund dessen stellte sich mir während der Arbeit die Frage, ob es nicht aus diesem Grund sinnvoller wäre, die gekauften Pflegeflächen in ihren ursprünglichen Zustand als Wald zurückkehren zu lassen und die natürliche Sukzession nicht mehr zu unterbrechen.

Es stimmt, wir müssen Verantwortung gegenüber dem Klimawandel übernehmen. Doch selbst wenn wir einige Flächen verwalden ließen, wäre das Problem Klimawandel dadurch noch nicht beseitigt. Die Belastung für Klima und Umwelt durch die oben genannten Faktoren wären nach wie vor gegeben, solange mensch das Problem nicht an der Wurzel packt. Es ist sehr fraglich, ob ein bisschen mehr Wald dem steigenden CO2 Ausstoß entgegenwirken kann. Zudem ist CO2 nicht das einzige durch Menschen verursachte Klimagas, hinzu kommen auch beispielsweise Methan und Lachgas, die eine Erwärmung des Klimas fördern und durch einen „positive feedback loop“ durch die Erwärmung in einer noch größeren Freisetzung der Klimagase resultiert, die wiederum die Erwärmung fördern.

Die Verantwortung gegenüber unseren Mitlebewesen und Mitwelt ist aber neben jener über die Erderwärmung ebenfalls vorhanden. Aufgrund der Nutzung durch den Menschen konnten sich viele Arten erst in den Flächen richtig etablieren und ausbreiten. Aus dem Blickwinkel des Artenschutzes wäre es also verantwortungslos, alle Flächen sich plötzlich wieder selbst zu überlassen. Beispielsweise könnten viele Heuschrecken- und Tagfalterarten so gänzlich verschwinden. Auch die stark gefährdeten Ziesel hätten an manchen Standorten keine Chance sich zu erhalten, gäbe es dort gar keine Pflegemaßnahmen mehr.

Die ökologischen Störungen, die durch die Pflege der Flächen aber zustande kommen, dienen dem Erhalt der Artenpopulation dort.

Die Arten würden durch ein Unterlassen der Pflegemaßnahmen selbstverständlich nicht auf brutale Weise ausgerottet, so wie das bei Regenwaldrodungen für den Anbau von Tierfutter oder durch den kommerziellen Fischfang der Fall ist, sondern würden nur langsam verschwinden, da sich der Lebensraum langsam verändern würde. Insofern wäre es aus der Sicht des Tierschutzes nicht unethisch, die Pflege nicht fortzusetzen.

Auch Ästhetische Ansprüche und der Erholungswert sind für die meisten Menschen wichtig, die die vielfältige Landschaft, in diesem Fall sekundären Lebensraum, genießen möchten und Zeit in der Natur verbringen wollen. Und als Bewusstseinsbildung für die Verantwortung, die wir haben, ist auch das ein Grund, weshalb Pflegeeinsätze sinnvoll sein können. Dabei können diese Ansprüche natürlich sehr stark individuell variieren; ich persönlich bevorzuge ursprüngliche oder zumindest sehr naturnahe, weite Wälder stark vor Kulturlandschaft. Gerade deshalb ist es wichtig, nicht allein nach dem eigenen Interesse zu entscheiden, sondern das der Gesellschaft, Umwelt und das der Tiere miteinzubeziehen.

Zusammengefasst gibt es bei Erhaltungsmaßnahmen, aber sicher auch bei ökologischen Restaurierungs-Maßnahmen immer verschiedene Perspektiven, die zu bedenken sind und die zu der ökologisch sinnvollsten und ethisch vertretbarsten Lösung führen sollen.

Stammtische statt Aktivismus?

Die Austrian Biological Association hat sich auch in Wien etabliert, wobei es 2 Regionalgruppen in Österreich gibt, und veranstaltet während des Semesters monatliche Stammtische, auf denen regelmäßig auch Vorträge über biologisch/ökologische Themen gehalten werden. Auf diese Weise ist es möglich, in völlig ungezwungener Atmosphäre über aktuelle Forschungen und Studien zu reden, Fragen zu stellen und natürlich auch Menschen kennen zu lernen, die sich in dieser Richtung engagieren.

Als zivil engagierte Person ist es besonders wichtig, wissenschaftliche Hintergründe zu kennen, um politisch agieren zu können, kurz, um mitreden zu können. Selbst bin ich Stammtischen zunehmend überdrüssig geworden, da es sich doch meist auf reines Plaudern beschränkt, aber die Skepsis gegenüber dem ABA Stammtisch hat sich als überflüssig gezeigt, da durchaus relevante und aktuelle Themen besprochen werden. Wer sich für Umwelt-, Klima- oder Tierschutz aktivistisch einsetzt, ist natürlich meist auch informiert über aktuelle Studien und Entwicklungen. Diese an sich beinhaltet keine politischen oder gesellschaftlichen Forderungen, dient aber als deren Voraussetzung und wissenschafltiche Grundlage. Auch der Stammtisch ist nicht aktivistisch geprägt, aber kann aufgrund der interessanten Gespräche über naturwissenschaftliche Themengebiete und aktuelle Forschung zu Diskursen über politischen Aktivismus führen, was wieder zu aktivistischen Ideen für Umwelt- und Tierschutz inspiriert.

Obwohl manche Stammtische oft den bitteren Beigeschmack haben, dass dort ehemals hoch-motivierte Menschen (vielleicht zu motiviert?) sich für ein unpolitisches, kulinarisches Geplauder versammeln, dienen andere wiederum dazu, aktiv und motiviert zu bleiben. Stammtische und Aktivismus schließen sich also nicht gegenseitig aus. Statt Aktivismus für Menschen, Tiere und Umwelt zu reinen Small-Talk Treffen verkommen zu lassen,  kann mensch regelmäßige, auch kulinarisch-betonte  Treffen zusätzlich sinnvoll nutzen, um offen über politische Themen zu sprechen und Ideen zu teilen, wie gemeinsam auch die Gesellschaft langfristig positiv verändert werden kann.

 

Die Stammtische der ABA finden zur Zeit im Lokal „das Martin“, Althanstraße 35, üblicher Weise jeden letzten Montag des Monats, statt.

Die Neuaktivtreffen und Planungstreffen des VGT OÖ sind zur Zeit unregelmäßig, werden aber immer auf http://www.veggies-linz.at (wo auch die monatlichen Stammtische der veggies-linz bekannt gegeben werden), der Facebook Gruppe Tierschutz Linz-Die Neuaktiven und der Facebook Gruppe VGT OÖ angekündigt.