Soja

Es ist jedes Mal erschütternd, zu lesen, wie viele Nahrungsmittel verschwendet, Böden ausgelaugt, Dünger in unermesslichen Mengen versprüht und Tiere ausgebeutet werden. Doch jedes Mal, wenn entsprechende Artikel veröffentlicht und abgedruckt werden, können mehr Menschen auf das Problem aufmerksam gemacht werden und den Einfluss des eigenen Lebensstils reflektieren.

In der August Ausgabe von Geo und der Juni-Juli Ausgabe von Terra Mater werden Themen, wie Abholzung für Soja und Monopolisierung vom Nahrungsmittelhandel angesprochen.
Sojamonokulturen breiten sich in Argentinien immer weiter aus. Sojaanbau in Argentinien hinterlässt endlose Monokulturen. Dazwischen stehen die „Vorhänge“ – vereinzelte Bäume, um Wind zu bremsen. Das sind die letzten Überreste des einstigen Urwalds. „Drei Viertel der weltweiten Sojaernte wird zu Tierfutter. Für 1 Kilo Hühnerfleisch werden etwa 575 Gramm Soja verfüttert“ (Terra Mater, Juni-Juli, S88). Geo schreibt zudem: „Hühner sind vor allem: veredeltes Getreide.“ (Geo, August, S95) Was bedeutet, dass die Ernte an Tiere verfüttert wird. Doch es wird nicht 1:1 umgewandelt – hauptsächlich entstehen durch die „Veredlung“ Gülle, Schlachtabfälle und Treibhausgase.
Der Anbau selbst bringt bereits große Probleme mit sich: Das Unkraut muss beseitigt werden, um den Ertrag zu optimieren, das geht nur mit Gift. Vor allem Glyphosat spielt dabei eine wichtige Rolle – es vernichtet alles Leben, außer den genveränderten Sojabohnen, die auf dem Acker wachsen sollen. Das Gift wird dabei großzügig mit Traktoren oder Flugzeugen versprüht, oftmals auch über Wohnstätten. Die Zahl der Krebsfälle in betroffenen Gebieten ist enorm.
Der Anbau muss präzisiert werden, was nur mit großen Maschinen möglich ist. Die meiste Arbeit wird von Maschinen verrichtet, was weniger Arbeitskräfte zur Folge hat. Beispielsweise lebt El Colorado nicht vom Soja, das dort angebaut wird, sondern von Sozialhilfe, da der Sojaanbau die Menschen arbeitslos macht. Immer mehr ziehen dadurch in die Städte.
Die Lebensgrundlage der Ureinwohner wurde ihnen genommen, ohne dass sie sich hätten wehren können, denn viele können weder lesen noch schreiben.
Es gibt heute 32 Millionen Hektar Ackerfläche in Argentinien, Tendenz steigend, auf Kosten von Kleinbauern, Umwelt und Tierschutz.
Auch Brasilien ist einer der Top-Sojalieferanten – 93 Millionen Tonnen werden pro Jahr geerntet. Die Nahrung geht Großteils an Massentierfabriken, von denen es dort ebenfalls unzählige gibt.
Das alles aufgrund des hohen Konsums an Tierprodukten. Auch in China steigt nun der Fleischbedarf. Wenn aber alle Menschen in China so viel Fleisch essen werden, wie beispielsweise wir ÖsterreicherInnen, dann brauchen wir bald mehr als einen Planeten zur Futtermittelproduktion.

Abfall-Natur

In und um Linz (wo ich wohne) ist es schwierig, ein größeres, zusammenhängendes Stück Natur zu finden. Die einzige Möglichkeit, über eine längere Strecke in einem zumindest naturnahen Raum zu wandern, ist die Traun Au.

Aber auch dort stößt man immer wieder auf einen traurigen Anblick. Neben dem unnatürlichen Flusslaufs aufgrund des Kraftwerks, das auch die natürliche Diversität der im Wasser lebenden Tiere eingeschränkt hat, liegt alle paar Meter Müll – Dosen, Flaschen, Plastikverpackungen. An manchen Stellen sogar noch mehr. So wird aus einem entspannenden Ausflug manchmal ein deprimierender. Denn in der Au wird einiges an Müll von anderswo angeschwemmt (aber auch direkt dort weggeworfen), besonders nach höherem Wasserspiegel findet sich Müll in jeder Weide und im Gras und Wegrand.
Nachdem der Verein RespekTiere kürzlich die Initiative RespektTiere DEINE UMWELT – KEEP YOUR COUNTRY CLEAN gegründet hat, um dazu aufzurufen, eine bestimmte Strecke in gewissen Abständen abzugehen und den Müll dort aufzusammeln, hatten wir – einige AktivistInnen des Linzer VGT und der veggies-linz – die bereits überfällige Idee, uns anzuschließen und das selbe in der Traun Au zu tun.

Weggeworfenes Plastik und Dosen sind nicht nur frustrierend in der Natur zu sehen, sondern können für unsere Mitlebewesen auch gefährlich werden.
Dosen sind oft teilweise schon kaputt und haben scharfe Kanten, an denen sich leicht beispielsweise Hunde verletzen können. Aber auch für die in einer Au vorkommenden Wasservögel kann das eine Gefahr bergen, sie können sich im Abfall auf irgendeine Weise verfangen. So erging es einem Schwan, der offenbar Nahrung in einer Dose suchte und dabei mit dem Kopf hängenbliebt und beinahe verhungerte.
Auch von einigen Hunden ist bekannt, dass sie bereits Plastikmüll in der Natur aufgespürt und gegessen haben, woraufhin eine Operation notwendig war.

Daher werden wir die Aufräumaktion in regelmäßigen Abständen fortsetzen.

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Staatsschutz und Repression

An dem bekannten Tierschützerprozess war erstmals sehr deutlich erkennbar mit wie viel –man könnte sagen- Hingabe gegen politische AktivistInnen in Österreich vorgegangen wird.
Es kam nach den Freisprüchen sogar zur Berufung bei einigen der AktivistInnen, die sich abermals freibeweisen mussten. Glücklicher Weise dauerte das zweite Mal weniger lang und war mit weniger Lügen von Seiten der Polizei verbunden. Staatsanwalt Handler wurde nach dem ersten Tierschützerprozess befördert – er hatte die AktivistInnen ja zumindest finanziell ruiniert, wenn sie auch keine Straftaten begangen hatten.
Aber es wird nicht nur gegen Tierschützer vorgegangen, sondern auch die Antifa ist gegenwärtig von Repression betroffen. Gegen 11 Menschen wird ermittelt. Vorwurf ist die Bildung einer terroristischen Vereinigung nach §278b. Wir erinnern uns an den §278a, mit den die Tierschützer zu kämpfen hatten. Der Grund für den Verdacht – es gab Demos und Vorträge der Antifa und die Betroffenen waren in irgendeiner Form daran beteiligt. Wieder weckt das Erinnerungen an die Fortsetzung des Tierschützerprozesses wegen schwerer Nötigung aufgrund regelmäßiger Demos und freundlichen Emails an Geschäftsleitungen von Pelzverkaufenden Kleidungsketten.
Mensch erkennt das eigentliche Feindbild – Ziviles Engagement.

Ist dieses Feindbild auch die Motivation für das anstehende und alarmierende Staatsschutzgesetz? Für jede/n Bürger/in sollte bereits die Alarmglocken klingeln. Nach dem PStSG (Polizei Staatsschutzgesetz) dürfte die Polizei schwere Ermittlungsgeschütze gegen Einzelpersonen auffahren. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist, es muss keinen konkreten Verdacht dazu mehr geben, sondern nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit eines verfassungswidrigen Angriffs! Wie wird definiert, was wann wahrscheinlich ist? Im Grunde darf gegen jede einzelne Person, die auch nur den Wunsch äußert, sich an einer Demonstration zB bei der Antifa oder dem VGT, zu beteiligen, umfassend ermittelt werden. Die Daten über jede einzelne „wahrscheinlich“ verdächtige Person dürfen 5 Jahre lang gespeichert werden und ein besonders gruseliger Aspekt – all das ist unabhängig von Richter und Staatsanwalt. Die Polizei kann beinahe ohne Kontrolle beliebige Personen überwachen. Es soll zwar einen Beauftragten des BMI geben, aber diesem kann jeder Zeit die Akteneinsicht verweigert werden.
Auch nicht kriminelle Menschen, denen auch ich und alle mir bekannten AktivistInnen angehören, sollten die Gefahr nicht unterschätzen. Auch ich habe bei weitem nichts zu verbergen und bin sehr offen für Tierrechte und Menschenrechte aktiv. Dieses Gesetz aber ist ein sehr großer und dreister Schritt in den Polizeistaat. Betroffen alle, die irgendeine „falsche“ Äußerung von sich geben. Es genügt auch, einer bestimmten Gruppierung anzugehören.

Im folgenden Link gibt es eine Petition gegen das geplante Staatsschutzgesetz. Ich kann nur dringest dazu raten, sie zu unterzeichnen und andere ebenfalls dazu aufzufordern. https://www.staatsschutz.at/
Wenn es mir zeitlich möglich ist, werden wir eine Großdemo dagegen in Oberösterreich organisieren.

Optimismus für die Gesellschaft

Nach einer Winterpause, in der viel Zeit in der Natur verbracht wurde, mit Eiskunstlauf und Schneeschuhwandern, ist es erstmal wieder schwierig, zurück in die aufreibende, körperlich und emotional anstrengende Gesellschaft zu finden. Der Einstieg kam sehr rasant, gleich gefolgt von einem Fall in den Prüfungsstress und auch in den Konflikt mit der vorherrschenden Ignoranz und Aggression.

Zwei Mal musste ich die Polizei über unangemessenen bzw. brutalen Umgang mit Tieren informieren. Ein Mann in einem Traktor transportierte in  Abtenau seinen nervös wirkenden Hund auf der Schaufel seines Traktors, was neben der Gefährdung für den Hund auch eine für entgegenkommende AutofahrerInnen darstellt. Ein genervter Fiaker schlug seine Pferde in aller Öffentlichkeit in der Salzburger Innenstadt. Keine Reaktion der anwesenden Menschen, nicht einmal entsetzte Blicke, alles völlig normal. Auch die Fiakerunternehmen wurden über das Verhalten des Wahnsinnigen informiert.

Aber in der Gesellschaft gibt es auch positive Ereignisse, wie die Antiburschenschafter Demo heute Abend. Um die 1000 Menschen nahmen an der Demo in Linz vom Bahnhof ausgehend über die Innenstadt teil. Begonnen hat es mit einer Rede, viele bekannte Gesichter aus dem Menschenrechts- und Tierrechtsbereich trafen ein, tolle Musik wurde gespielt. In Blocks, gebildet von verschiedenen Orgas und Initiativen, zogen schließlich alle los. Die Demo verlief wie erwartet friedlich, aber leider auch sehr leise, wie ich den Eindruck bekommen habe. Auf Demosprüche ist mensch zumindest im hinteren Teil der Demo kaum bis gar nicht eingestiegen, trotz der Versuche von meinem Partner und mir, und vermittelte so viel mehr den Eindruck eines gemütlichen Abendspaziergangs.

Ich kann stolz sagen, dass bei den Tierrechtsdemos, die hier und anderswo in Österreich organisiert werden, immer viel mehr überzeugende Motivation herrscht.
Nichtsdestotrotz halte ich die Antiburschiballdemo für ein wichtiges Ereignis, solange es Rechtsextremismus und den Burschiball gibt. Die Demo ist beinahe schon zur Tradition geworden, in der selbst ich mich wiederfinden kann. Deshalb waren auch einige TeilnehmerInnen aus dem Tierschutzbereich mit dabei, deren Flaggen für Menschen- und Tierrechte auch über die ganze Demo hinweg zu sehen waren.

Nachdem die Demo aufgelöst wurde, hat sich eine Gruppe von Menschen jedoch noch zusammengeschlossen, um zum Ballstandort zu gehen und angeblich Ballgäste zu stören. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht sicher, ob es zu Gewalt gekommen ist oder nicht. Ich hoffe zutiefst, dass es nicht so ist. Wir können nicht gewinnen, wenn wir versuchen, ein friedliebendes Ziel mit Gewalt umzusetzen. Mit Kreativität, Gewaltlosigkeit und viel Ausdauer können wir langfristig viel mehr erreichen.

Ein letzter Kritikpunkt, der erwähnt werden sollte, ist der Umgang mit Müll bei der Demo. Weggeworfenes Aufkleberpapier, Flyer und zertretene Dosen von DemoteilnehmerInnen waren leider sehr viele nach der Demo zu finden. Auch hier müssen wir noch eine bessere Vorbildrolle übernehmen.

Obwohl es immer viel Überwindung kostet, in den gesellschaftlichen Alltag zurückzukommen, kann ich nicht umhin, auch  viele positive Dinge und Veränderungen zu erkennen.

Auengebiet: Menschliche Spuren und natürliche Schönheit

In einem Auengebiet erhofft mensch sich natürliche Zustände, Wildnis und Ruhe. Die Traunau liegt nicht weit von meinem Wohnort. Aber als natürlichen Zufluchtsort kann ich sie kaum betrachten.
Die Traunau ist gezeichnet von einem Wasserkraftwerk, Baustellen, Industriegebieten und Anglern, die sich dort häufen. Die Ufer sind an vielen Stellen alles andere als natürlich und von dem Industriegelände weht jedem ein seltsamer Gestank entgegen. Das Hochwasser – das für ein Auengebiet typisch ist – trägt den Müll von weit her auf die Ufer, Wiesen und Sträucher. Ein bedrückender Anblick.

Aber manchmal muss mensch genauer hinsehen, um doch noch ermunterndes zu erkennen.
Es gibt noch positives Überbleibsel der Vielfalt an der Traunau. Überall in den Bäumen zwitschern auch im November verschiedene Singvögel, Wasservögel sind im Bach und in den Seen zahlreich vertreten und verschiedene Insektenarten tanzen in der Luft oder verstecken sich zwischen Blättern. Schöne Weiden zieren die Gegend und gelegentlich findet man Nagespuren von Bibern an den Bäumen.
Auch ein Eisvogel flattert manchmal zügig vorbei und lässt nur schillerndes blau erkennen. Behält mensch die tiefer gelegenen Äste über dem Wasser im Auge, könnte sogar einer dort gerade auf kleine Beute warten.  Der mir begegnete Eisvogel hatte jedoch leider eine Abneigung gegen das Fotografieren.

Zur Zeit sieht mensch dort nicht nur verschiedene Enten, die in Gruppen zusammen schwimmen, sondern auch eine ganz besondere Schwanenfamilie, bestehend aus Eltern, Kind und einem Adoptivkind, bei dem es sich um eine Hausgans handelt. Nach einiger Beobachtungszeit gab es keinen Zweifel mehr, dass sich diese Gans zu irgendeinem Zeitpunkt der Schwanenfamilie angeschlossen hat und diese sie auch akzeptieren und gerne um sich haben. Möglicher Weise ein überlebendes Martinigansl?

2 (1) 2 (11) 2 (19) 2 (30) 2 (41) 2 (75)

Hochschulen: Gewaltlosigkeit oder Gleichgültigkeit?

Mit großen Erwartungen habe ich mich heute Morgen auf den Weg zur JKU in Linz gemacht, um bei einer Friedensaktion gemeinsam mit der Solidar-Werkstatt, teilzunehmen, bei deren Planung ich dabei war.

Vor einigen Monaten hatte ich eine Ankündigung von legalen Demonstrationen vor dem Drohnenproduzenten Aero Spy und anderen Rüstungskonzernen, per E-Mail ausgesendet, mich wegen schwerer Nötigung selbst angezeigt und wurde danach auch verhört. Zum Glück handelt es sich nun nicht bei Ankündigung legaler Aktionen um schwere Nötigung, wie auch aus dem Tierschützerprozess bekannt, der mit Freisprüchen endete. Daher konnte ich die Aktion sorgenfrei mitorganisieren. Schlussendlich aber nicht vor den Rüstungekonzernen, sondern vor der JKU, da bereits jetzt Rüstungskonzerne an Unis forschen lassen und das nicht zur Normalität werden darf. Daher haben wir eine Zivilklausel verfasst, die die Unis aufnehmen sollen. Nach dieser erklären die Unis, keinerlei Kriegsforschung zu betreiben. Dabei sollen auch StudentInnen die Chance bekommen, die Aktion mit ihrer Unterschrift zu unterstützen und noch mehr Unterschriften zu sammeln.

Die großen Erwartungen an die engagierte Jugend, insbesondere die StudentInnen, waren jedoch fehl am Platz. Fragt man sie, ob sich Hochschulen für Frieden einsetzen sollen, antworten die meisten mit „Nein, danke“ und laufen schnurstracks an der Petition vorbei.

Aber keine Aktion für Gewaltlosigkeit ist je ohne Hoffnungsschimmer, denn es gibt Menschen, die stehen bleiben und nachdenken.

Aktivismus kann enttäuschend sein, muss aber nicht demotivieren. Wenn die restlichen Menschen, die sich für Gewaltlosigkeit – was alle Tiere (inkl Menschen) umfasst – einsetzen, aufgeben, wäre wirklich alles verloren.