Norwegen und zurück

Nach ein paar Tagen zurück aus Norwegen sehne ich mich nach sämtlichen Stress, den ich bzw. wir in unserem Norwegenaufenthalt hatten. Nichts davon hat je unangenehme Menschen, Reizüberflutung oder Stadtfrust involviert, davon waren wir in diesen zwei Wochen gänzlich befreit. Während ich mir dort vielmehr Sorgen wegen des andauernden Regens, Kälte und über die Essenszubereitung, das Wassernachfüllen und außerdem über meinen verletzten Fuß machte, fanden wir keine Zeit für Alltagsfrust, der sonst überwältigend sein kann. Stattdessen schwirrte mir nur ein Satz im Kopf, nämlich „Ich hab lieber etwas Schmerzen als mich in einem Hotel aufzuhalten.“

Auch wenn vieles davon nach Anstrengung und Stress klingen mag, zählt dieser Urlaub zu den besten meines bisherigen Lebens. Selten hat mensch so viel Gelegenheit, körperlich aktiv und kreativ oder einfach nur mit den eigenen Gedanken alleine zu sein. Selten hatte ich so viel Spaß, Aufregung, kreative Ausbrüche, emotionale Auseinandersetzungen und Sorgen gemeinsam mit anderen netten Menschen, die ähnliche Interessen teilen.

Unsere Route startete in Bergen über das Hardanger Fjord, nachdem wir zunächst etwas Zeit in der Nähe von Indre Årna verbrachten, und über eine Vielzahl an Wasserfällen, nach Eidfjord, wo wir in der Nähe von Fossli einen super Zeltplatz hatten. Weiter ging es nach Trondsbu, wo wir eine 4-tägige Tour in Hardangervidda machten, später über Geilo nach Aurland und Flåm. Flåm ist ein fürchterlicher Tourismusort, wo beinahe nirgends Camping erlaubt ist, außer auf einem Camping Platz, den wir nicht bezahlen wollten, oder in einer offenen Hütte am Strand oder unter einer Brücke. Wir haben zwar überlegt, die Flåmbahn nach Myrdal zu nehmen, aber der Preis (über 50€ führ eine 45min Strecke) hat uns abgeschreckt. Über das Aurlandsfjell setzten wir danach fort und hatten eine angenehme und sogar sonnige Zeit am Gletscher, danach fuhren wir Richtung Westen über das Sognefjord und übernachteten in der Nähe von Leirdal, wo man bereits den Nationalpark Jotunsheimen sehen konnte. Danach verbrachten wir die nässeste und nebeligste Zeit im Jostedalsbreen Nationalpark, gefolgt von einem Ausflug über das Gaularfjell, zwei Fährenfahrten und retour nach Bergen, aber noch etwas darüber hinaus zur Küste in der Nähe von Turøyna, wo wir die schlimmste Mosquitoplage bisher erlebt haben (Mosquitos im Essen, im Mund, in der Nase, den Ohren, im Zelt, im Auto……). Erst danach mussten wir unsere letzte Fahrt zum Flughafen in Flesland (Bergen) ansetzen.

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Auf der Reise entstanden einige kreative Kurzgeschichten, die auch verschriftlicht wurden, wir haben eine Pflanze namens „Jon Snow“ adoptiert und ihn an sämtlichen Abenteuern teilhaben lassen, wir haben Schafe auf der Straße getroffen, Wildtierspuren gelesen, uns verirrt, Essen in der Natur gesammelt (vor allem Heidelbeeren – davon gibt’s Unmengen), waren in fast jedem Gewässer, hatten tolle und weniger tolle Zelt- bzw. Schlafplätze, hatten eine Schneeballschlacht, ein Wettrennen auf einem Gletscher, haben eine Monty Python Szene nachgespielt, gezeichnet, sehr freundliche Menschen getroffen, haben seltene Tierarten gesehen, aber dafür keinen einzigen Hochstand und die Liste setzt sich fort.

Sumpfig war es überall, entsprechend auch oft die Vegetation mit vielen Wollgräsern. Einerseits wurden Schuhe dadurch immer recht feucht gehalten, andererseits waren aber auch lange Barfußwanderungen möglich, ohne sich an spitzen Gegenständen zu verletzen. Zusätzlich wurden die bereits feuchten Gebiete zusätzlich noch durch die dauernden Regenfälle überflutet, was die Verwendung von Schuhen irgendwann ganz überflüssig machte.

Ein wenig erfreulicher Aspekt war das Autofahren, das zwischendurch immer wieder nötig war. Da wir möglichst viele Orte sehen und gleichzeitig relativ flexibel sein wollten, habe ich ein Mietauto für eine gute Wahl gehalten, obwohl ich sehr unerfahren bin, weil ich selbst kein Auto besitze.  Möglicher Weise war es auch keine schlechte Entscheidung, dennoch werde ich nächstes Mal auf ein Auto verzichten. Ein Hauptgrund dafür ist natürlich der CO2 Ausstoß, aber auch der Preis. Dass es sich bei Norwegen um kein Autofreundliches Land handelt, ist wiederum ein sehr sympathischer Aspekt: die Benzinpreise sind sehr hoch (so wie vieles andere), die Straßen sind sehr holprig (viele Schlaglöcher) und auch sehr eng, was dazu führt, dass es nicht möglich ist, besonders schnell zu fahren. Die Speed Limits sind auch bei geraden Straßen häufig nur 70km/h und die Strafen für zu schnell fahren extrem hoch. Immerhin sind die Straßen in einem Wort interessant und besonders lustig war es dadurch, dass keiner von uns zu dem Zeitpunkt genau wusste, wie mensch ein Auto tankt (wir haben‘s trotzdem geschafft), da wir alle im Alltag lieber auf umweltfreundlichere und unkompliziertere Transportmöglichkeiten zurückgreifen.

Anders als viele Feinschmeckerurlaube in Luxushotels mit Riesenbuffets und Wellnessausstattung (and so on), haben wir uns neben Heidelbeeren von teilweise etwas speziellen Dingen ernährt, wie kalte Polenta mit baked beans, halbgefrohrenen Obstriegeln (ja, es war auch kalt), Instant Noodles, rohen Knoblauch und Zwiebeln, etc. Ab und zu ist uns aber auch gelungen, den Gaskocher zu benutzen, wo der Wind uns keinen Strich durch die Essenszubereitung machte, daher gab es dann beinahe ein 5-Hauben Menü: Reis mit Karotten, Chilisauce und nur halbrohen Zwiebeln. Zum Frühstück warme Polenta mit Heidelbeeren oder Müsli mit Heidelbeeren, oder nur Heidelbeeren bzw. Tee aus verschiedenen Kräutern, wie Schafgarbe, Johanniskraut und… Heidelbeerblättern. Selbstverständlich hatten wir bei Gelegenheit auch Kekse, wie normale Menschen. Und einmal (aber nie wieder) gab es 10€ Bier, was in Norwegen ein sehr normaler Preis für Bier ist.
Kurz gesagt werde ich immer kalte Polenta mit baked beans einem Langeweile-garantiert Urlaub vorziehen.

Da die Anzahl der entstandenen Fotos die 1000er Grenze überschritten hat, kann ich nur einen Bruchteil davon zeigen.

Zieselmonitoring in Furth bei Göttweig

Der nö Naturschutzbund koordiniert und organisiert das Zieselmonitoring bei verschiedenen Zieselzorkommen in NÖ. Ziesel stehen auf der roten Liste weit oben, weshalb ihr Bestand beobachtet werden muss. Freiwillige bekommen verschiedene Flächen zugeteilt, an denen Zieselvorkommen dokumentiert werden.
Das Monitoring findet jährlich im April statt und freiwillige Helfer können sich dafür beim Naturschutzbund melden.

Gleich nach dem ersten Warnschild waren sie da, die kleinen heimischen und stark gefährdeten Erdhörnchen. Ihre Bauten waren teilweise direkt am Straßenrand, wo sie sich am Vormittag auch vermehrt aufhielten. Auch bei den Weinterrassen konnte mensch ein paar Ziesel zu Gesicht bekommen.
Die Vogelwelt in NÖ ist ebenfalls sehr vielfältig, zum Beispiel Turmfalken und Weißstörche begegneten uns dort immer wieder. Auch Smaragdeidechsen nutzen dort die sonnigen Hügel.
Trotz der Nähe zur Straße konnten wir glücklicher Weise keine toten Ziesel finden (auch wenn sich dort sicher nicht jeder an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält).

Solidarität zwischen Vereinen

Wieder erfolgreiche Aktionen in Wien vor dem Parlament und in Linz wegen anhaltender Zusammenarbeit geschafft.
Zu Beginn meiner Aktivität bei verschiedenen NGOs vor einigen Jahren, habe ich noch oft die Vernetzung von den Initiativen vermisst. Aber inzwischen ist sie schon zum Alltag des Aktivismus in Linz geworden. Es gibt keine wirklich effektive Aktion, die ohne anhaltende Zusammenarbeit entstanden wäre.

In einigen Fällen wird der Grund für eine eher einzelkämpferische Art darin liegen, dass mehr Wert auf die Unterschiede gelegt wird, als auf Gemeinsamkeiten. Die Erinnerung daran, wie ungern ich selbst früher mit anderen Menschen gemeinsam etwas geplant (geschweige denn unternommen) habe, liegt noch nicht weit zurück.
Aber viele positive Erfahrungen mit sehr solidarischen Menschen, bewegen selbst auch dazu, sich solidarisch mit anderen zu zeigen.

Offener Brief an den Landesjagdverband OÖ

Massenabschuss von klugen, leidensfähigen Lebewesen statt Ursachenbehandlung – ist das wirklich eine sinnvolle Lösung?

Wieder einmal hinter dem Rücken der Öffentlichkeit wurde ein Massenabschuss von 23000 Rabenkrähen und 2500 Elstern in OÖ geplant. Für die Äußerung von Bedenken der Tier- und Artenschutz Seite wurde kaum Zeit gelassen.

Den Krähenvögeln wird vorgeworfen, Schäden in der Landwirtschaft zu verursachen, weshalb nun tausende gefangen und getötet werden sollen. Dabei handelt es sich aber eindeutig um eine Symptombehandlung, die zudem auch noch zwecklos ist, da der Abschuss von Rabenpaaren nur verursacht, dass noch mehr Jungkrähen in die frei gewordenen Nischen einwandern. Die Zahl der Krähenvögel wird also durch den Abschuss nur weiter in die Höhe getrieben.

Ein Grund, der als Pro-Abschuss Argument genannt wird, ist auch häufig der Druck auf kleinere Tierarten, der durch Krähen und Elstern ausgeübt wird.
Doch die intensive Landwirtschaft ist der größte Grund für das Schwinden vieler einheimischer Tierarten bzw. für das Fördern einiger weniger dominanter Arten – unter anderem profitieren eben Krähenvögel davon.

Durch deren Abschuss wird aber keineswegs den Arten geholfen, die auch unter den Monokulturen und Pestizidverbrauch leiden, sondern ausschließlich der Intensivlandwirtschaft. Der Anbau von Tierfutter nimmt beispielsweise in Österreich und weltweit die größte Fläche in Anspruch. Massentierhaltung und Umweltzerstörung (und deren weitreichender Folgen für die Artenvielfalt) hängen also unmittelbar zusammen, das wird aber für eine Problemlösung weitgehend ignoriert. Stattdessen werden wie üblich Tiere geschossen, deren massenhaftes Auftreten zuvor vom Menschen gefördert wurde.

Statt weiterer destruktiver Eingriffe in die Natur und Tierwelt, muss endlich an den eigentlichen Ursachen für Artenschwund und Umweltzerstörung gearbeitet werden!

Staatsschutz in Österreich

Seit Sommer 2015 fanden regelmäßige Aktionen von verschiedensten Organisationen statt, gestützt von der Meinung besorgter BürgerInnen aus verschiedenen Berufs- und Interessensgruppen, die alle gegen das Staatsschutzgesetz gerichtet waren für Meinungsfreiheit plädierten.

Doch trotz der enormen Bemühungen wurde das Staatsschutzgesetz am 27.1.2016 im Nationalrat GEGEN DIE INTERESSEN DER MEHRHEIT beschlossen.
In Wien kämpften beispielsweise AKVorrat und Attac dafür, die eigene Meinung zukünftig ohne Furcht vor Bespitzelung ausdrücken zu können und sich für ein gemeinsames Ziel, wie zum Beispiel, Einhaltung von Menschenrechten, engagieren zu können. In Linz gründeten Organisationen, wie die Solidarwerkstatt, Verein gegen Tierfabriken, DIDF, AKVorrat, etc. die Platform gegen das Staatsschutzgesetz und mobilisierten BürgerInnen, die diese Meinung ebenfalls vertraten, sich deutlich für Meinungsfreiheit auszusprechen.
Aber das Vorhaben, BürgerInnenrechte weiter einzuschränken und weitere Schritte in einen Überwachungsstaat zu setzen, ist heute wieder weit verbreitet. Diese Tendenz zeigte sich schon stark durch das den Plan der Vorratsdatenspeicherung und durch den Mafiaparagrafen §278ff, der besonders im Tierschützerprozess im Zentrum stand.

In der Politik, besonders seitens der ÖVP und FPÖ, versteht man sich, mit der Angst von BürgerInnen zu spielen bzw. die Furcht vor Terrorismus zu stärken. Deshalb nehmen manche Menschen Einschränkungen von Bürgerrechten und Menschenrechten einfach hin. Doch wenn mensch seine eigenen Interessen nicht mehr vertreten kann, ohne polizeilich ohne konkreten Verdacht überwacht zu werden, schränkt das die Angst keineswegs ein. Denn nicht Terroristen, die zu grässlichen Gewalttaten bereit sind, stehen dabei im Vordergrund, sondern Menschen, die sich gewaltfrei für ein gesellschaftliches oder politisches Ziel organisieren und aussprechen.

Deshalb geben engagierte BürgerInnen nicht auf. So plant beispielsweise der AKVorrat eine Verfassungsklage nach dem Inkrafttreten des Staatsschutzgesetzes am 1.Juli 2016 und kann dabei wieder viel Unterstützung erwarten.

Kleiner Aufwand, großer Erfolg

Sich für seine Mitwelt einsetzen kann so einfach sein und gleichzeitig gute Laune verbreiten. Es kann so einfach sein, wie gemeinsam miteinander zu backen und das Produkt der guten Laune und Motivation an Menschen zu verkaufen, die ebenfalls helfen wollen.
Es könnte zum Beispiel ein regelmäßiger Keks-back Tag, verbunden mit einem Filmabend, sein, für den jede/r ein bisschen beiträgt, um Spenden für wichtige Projekte oder Kampagnen zu sammeln.

So wurde die vergangenen Wochen immer sonntags in Auwiesen ein zur Verfügung gestellter Raum genutzt, um gemeinsam vegane Kekse zu backen, was schlussendlich einem Esel-Projekt in Mauretanien (vom Verein RespekTiere) zu Gute kommen soll. Und wegen der Aktualität vom neuen Star Wars Film (Episode 7, The Force Awakens), der im Dezember in die Kinos kommt, war die Keksgesellschaft Star Wars themed und mit jeweils einem Filmabend verbunden.

Viele Menschen, denen bestimmte Themen ein großes persönliches Anliegen wäre, sind durch Arbeit ausgelastet und fühlen sich gegenüber der teils grausamen Ausbeutung unserer Mitwelt machtlos. Aber Helfen muss nicht mit großen Zeit- oder Geldaufwand verbunden sein. Es gelingt, wie man sieht, oft schon mit geringem Aufwand, etwas für Tiere, Menschen und für ein friedliches Zusammenleben etwas beizutragen. Das kann auch einfach nur beinhalten, sich selber zu informieren und wachsam zu sein und Informationen zu verteilen, oder eine Teilnahme an Mensch-, Tier- oder Umweltschutz orientierten Events, eine Unterschrift bei einer Petition für Friedenspolitik statt Waffenhandel oder ein gemeinsamer Müllsammelnachmittag, eine Futterspende für Heimtiere oder eine ermutigende Nachricht an Produzenten, mehr Bio- oder Fair Trade Produkte herzustellen und zu verkaufen.

Die Möglichkeiten sind zahlreich und beinahe überall vorhanden.

Kekse backen wird nicht die Welt retten, so wie auch keine einzelne Person das bewerkstelligen kann. Aber 7 Milliarden Menschen sind nicht machtlos gegenüber Ausbeutung, Korruption oder Gewalt. Nur ein kleiner Anteil dieser Menschen sind die Leidverursacher(Innen), die große Mehrheit hat die Fähigkeit Empathie zu empfinden und die Möglichkeit, wenig Zeit zu investieren, um jeweils kleine Veränderungen zu erreichen, die sich zu großen Veränderungen vereinigen können.

Ich möchte mich deshalb bei den beiden OrganisatorInnen der „Bake Wars“ Back-Tage herzlich bedanken!

 

Tierschutz und Produktivität

Glücklicher Weise werden nun auch auf der VetMed in Wien Lehrveranstaltungen zum Thema Tierschutz in der Nutztierhaltung angeboten. Obwohl es nahe liegt, sich an der VetMed mit Tierschutz zu befassen, war das nicht immer so.
Es gibt viele interessante Fallbespiele zum Thema Tierschutzrecht und Experimente in der Nutztierhaltung, die vor allem das Argument stützen, dass Tiere mit gutem Wohlbefinden auch höhere Produktivität zeigen.

Dazu stellt sich die Frage, wozu wird in der Nutztierhaltung Tierschutz betrieben? Ist es, weil die Mehrheit der Menschen nicht will, dass Tiere leiden und sich wünscht, dass sie „artgerecht“ gehalten werden? Es stimmt, der öffentliche Druck steigt, der Konsum an Tierprodukten aber auch.

Aber auch für die Produktivität lohnt sich ein gewisses Maß an Tierschutz. Wer „Nutztieren“ mehr Platz zum Bewegen gewährleistet, angemessene Böden (sprich: keine Vollspaltenböden), gute Liege- und Futterstellen zur Verfügung stellt und zudem auch noch freundlich mit den Tieren umgeht, steigert damit die Produktivität. Gute Hygiene und Management, sowie art- und tiergerechte* Haltung wirken sich also auch auf den Profit der Nutztierindustrie aus. (*Tiergerecht: Während der Begriff „artgerecht“ der artspezifischen Verhaltensweisen und Lebensführung gerecht bedeutet, orientiert sich „tiergerecht“ mehr am Individuum. Verletzungen und Krankheiten einzelner Tiere aufgrund der Haltung sollten also nicht als tiergerecht gelten. Aber leider scheint auch das ein sehr dehnbarer Begriff zu sein.)
Bei ausreichend weichen Liegeplätzen tritt zum Beispiel wesentlich weniger oft Lahmheit auf, bei ausreichend Platz können sich Krankheiten weniger schnell ausbreiten, wenn positive soziale Kontakte im Leben der Tiere vorhanden sind, gibt es weniger Aggression und weniger Stress für die Tiere und in sauberen Ställen treten weniger oft schmerzhafte Infektionen auf. Als Folge ist die Qualität der Tierprodukte meist besser.

Wird damit der Konsum von Tierprodukten ethisch (aus Sicht der Tiere) gerechtfertigt?
Tierschutz wird in der Tierhaltung objektiviert. Das Tierwohl wird mit Zahlen hinterlegen und es wird versucht ein Mindestmaß an Tierschutz zu erreichen. Dabei findet immer eine Abwägung zwischen Tierwohl und Profit statt, wobei letzteres in der kommerziellen Nutztierhaltung schwerer zu wiegen kommt. Der betriebene Tierschutz kommt also den Ausbeutern auch selber zu Gute.
Wir müssen also immer bedenken, dass es sich bei dem betriebenen Tierschutz in der Nutztierhaltung, meist um Mindestanforderungen handelt, die immer noch genug Profit einbringen müssen bzw. diesen steigern sollen.

Es bleibt also die Aufgabe von mitfühlenden Menschen, die Abwägung von Tierwohl und Profit immer weiter zu Gunsten derer, die nicht mitentscheiden können, zu bringen, bis es selbstverständlich ist, dass ein Lebewesen mehr wert ist, als dessen Nutzen und der Profit, den mensch damit machen könnte.
Massentierhaltung, die auch in Österreich bereits überwiegt (aufgrund der großen Nachfrage und der hohen Anzahl an Menschen), kann sich nie nur am Wohl der Tiere orientieren. Als Konsequenz ist es also nicht ethisch gerechtfertigt, die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern zu unterstützen und demnach ist es angebracht, deren Konsum mindestens (sehr) stark zu reduzieren.